Private-Equity-Debatte spaltet die Branche – Chancen, Risiken, Konsequenzen

Die Diskussion um Private-Equity-Beteiligungen in Maklerpools hat mit den aktuellen Stellungnahmen von Norbert Porazik (Fonds Finanz) und Guntram Schloß (Apella AG) einen neuen Höhepunkt erreicht. Während Porazik die Investitionen als Motor für Digitalisierung, KI-Ausbau und strategische Zukäufe einordnet, warnt Schloß vor einem völlig anderen Szenario: dem Verlust von Unabhängigkeit, Kontrollmacht und langfristiger Bestandsstabilität. Damit prallen zwei Sichtweisen aufeinander, die exemplarisch zeigen, wie sich die Branche zwischen Technologieoffensive und Identitätsfrage neu sortiert.

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Wohngebäudeversicherung 2025: Profitabilität unter Druck – Experten warnen vor veralteten Kalkulationsmodellen

Wohngebäudeversicherung rutscht erneut an die Belastungsgrenze
Die angespannte Lage in der Wohngebäudeversicherung spitzt sich Anfang 2025 weiter zu: Nachdem sich die Continentale bereits aus dem Neugeschäft für Makler und Mehrfachagenten zurückgezogen hat, kündigte nun auch die fusionierte Barmenia Gothaer eine umfassende Bestandsanierung an. Was dahintersteht, lässt sich an einer Kennzahl ablesen, die für gewöhnlich nur leise schwankt, 2023 laut Assekurata jedoch einen lauten Warnschuss lieferte: die Schaden-Kosten-Quote. Sie lag bei 100,9 Prozent – ein Wert, der trotz deutlicher Beitragsanhebungen kaum Spielraum für Rentabilität lässt. Experten wie Philipp Kaupke, Partner bei Simon-Kucher, sehen die Ursache in einem Mix aus Extremwetterereignissen, hohen Baukosten und Engpässen im Handwerk, der die Ausgabenseite Jahr für Jahr nach oben treibt. Während klassische Kalkulationsgrößen wie Baupreisindex und Anpassungsfaktor weiterhin automatisch steigen, verlieren sie laut Dirk Schmidt-Gallas, Senior Partner und Leiter der globalen Insurance-Practice bei Simon-Kucher, ihre Steuerungswirkung: „Wer nur auf Durchschnittswerte setzt, schaut im Rückspiegel – und riskiert eine Fehlsteuerung.“ Damit entsteht ein Spannungsfeld zwischen tariflicher Realität und Kundenerwartung, zwischen scheinbar stabilen Modellen und einer Praxis, die längst volatil geworden ist.

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Zahl des Tages – Finanzielle Zuversicht zur Altersvorsorge in Deutschland

36 Prozent 

So wenige Erwerbstätige in Deutschland bewerten laut BlackRock-Umfrage ihr finanzielles Wohlbefinden zur Altersvorsorge positiv. Zwar fühlen sich 71 Prozent insgesamt wohl, doch beim Ruhestand kippt die Stimmung: Nur 19 Prozent glauben, dass ihr Erspartes reicht; 83 Prozent halten das Rentensystem für zu komplex und zweifeln an der langfristigen Zahlungsfähigkeit des Staates (Quelle: BlackRock; Dirk Schmitz).

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BCA fordert Brancheninitiative für Zukunft des LV-Vertriebs

Dialogoffensive für den Lebensversicherungs­vertrieb

Am 27. November 2025 haben Ralf Berndt und Bastian Roeder von der BCA AG bekräftigt, dass der Lebensversicherungsvertrieb (LV-Vertrieb) vor einem grundlegenden Wandel steht. Die beiden Vorstände wollen deshalb eine Brancheninitiative starten, die Produktgeber, Vermittler und Pools an einen Tisch bringt – ein Schritt, der laut Berndt vor allem durch veränderte Kundenbedürfnisse, ein neues Anlegerverhalten sowie die strengeren Anforderungen der EU-Kleinanlegerstrategie notwendig wird. Ziel ist es, Beratungs- und Produktprozesse kosteneffizienter zu gestalten und die politisch geforderte Senkung der Abschluss- und Verwaltungskosten konstruktiv zu begleiten. Berndt kritisiert, dass der politische Diskurs persönliche Beratung unterschätze und stattdessen auf eine vermeintliche Online-Selbstorientierung der Verbraucher setze; nach seiner Einschätzung funktioniere dieses Modell „nicht“ und werde der gesellschaftlichen Bedeutung der Vorsorgeberatung nicht gerecht. Gleichzeitig fordert Roeder, die Einordnung des „Value for Money“ müsse immer auch die Beratungsleistung berücksichtigen – eine Antithese zum politischen Trend, der Kosten vor Nutzen stelle.

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Schadenregulierung 2025: KI, Betrugswelle und steigender Reformdruck belasten Versicherer

Verzögerte Regulierung bleibt branchenweites Kernproblem

Auf der MCC-Tagung „Innovatives Schadenmanagement 2025“ wurde am Mittwoch erneut deutlich: Die Schadenregulierung bleibt für viele Versicherer ein Geschwindigkeitsproblem, wie Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip Verbraucherinformation GmbH betonte. Der aktuelle Anlass: Die weiterhin hohen Bearbeitungszeiten in nahezu allen Sparten – ein Umstand, der laut Tenhagen seit Jahren der „größte Beschwerdegrund“ sei. Während die offenen Schadenfälle in der Kfz-Versicherung laut einer Analyse von McKinsey & Company bis 2023 jährlich um sieben Prozent zunahmen, sank ihre Zahl zwar im Folgejahr um 18 Prozent. Doch da gleichzeitig die Schadenmeldungen um 34 Prozent zurückgingen, blieb der Frust der Kunden hoch – ein klassisches Beispiel für die antithetische Diskrepanz zwischen statistischer Entspannung und realer Enttäuschung. Der GDV kündigte an, bis Anfang 2026 Mindestanforderungen zu definieren, die künftig ausreichen sollen, um eine Regulierung zu starten, wie Michael Urban aus der GDV-Kommission Sach Schaden erläuterte. Makler wie Christopher Krahforst (Ecclesia Gruppe) verwiesen dabei erneut auf die klare BGH-Rechtsprechung, nach der Makler lediglich begleiten, aber nicht endgültig regulieren dürfen.

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Neue Wege in der Arbeitskraftabsicherung: Warum ein EMR-orientiertes Modell jetzt nötig wird

Die Diskussion um die Zukunft der Arbeitskraftabsicherung erhält neuen Schwung, weil zentrale Produkte den Bedarf großer Bevölkerungsgruppen immer weniger erreichen. Im Kern steht die Frage, wer heute noch Zugang zu wirksamem Schutz hat – und welche Produktarchitektur diesen Zugang künftig sicherstellen kann. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), über Jahre verfeinert und technisch perfektioniert, bleibt für viele Anspruchsteller faktisch unerreichbar: zu teuer, zu komplex, zu viele Ablehnungen. Handwerksberufe, Pflegekräfte oder junge Menschen mit Vorerkrankungen stehen besonders oft vor verschlossenen Türen. Auch die vielbeworbene Grundfähigkeitsversicherung (GF) erfüllt die Erwartungen nur bedingt. Branchenintern mehren sich Hinweise auf aufwendige Leistungsprüfungen, ausbleibende Anerkennungen und einen zentralen Zielkonflikt: Versicherte sind arbeitsunfähig, verlieren aber keine in den Bedingungen definierten Fähigkeiten. Der Effekt: Ein Produkt, das präzise wirken soll, verfehlt in der Praxis die Lebenswirklichkeit vieler Anspruchsteller.

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In Kooperation mit der
INTER Versicherungsgruppe