Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück kämpfen mit Preisdruck – Dividenden bleiben stabil

Die Aktien der großen Rückversicherer stehen Anfang 2026 spürbar unter Druck: Nach Jahren steigender Kurse kämpfen Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück mit sinkenden Bewertungen. Munich Re hatte im April 2025 noch ein Allzeithoch von 615,80 Euro erreicht, notiert aktuell aber nur noch bei rund 530 Euro – etwa auf Vorjahresniveau. Swiss Re und Hannover Rück liegen auf Zwölf-Monats-Sicht im Minus. Hintergrund sind rückläufige Rückversicherungspreise, die bei den Vertragserneuerungen zum Jahreswechsel deutlich wurden. Gegenüber Erstversicherern wie Allianz und Axa lässt sich weniger Prämie durchsetzen – der Wettbewerb hat sich verschärft.

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Rechtsberatung im Visier: BRAK gegen Rechtsschutzversicherer

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) wirft Rechtsschutzversicherern vor, unerlaubte Rechtsberatung zu betreiben und Versicherte mit Abstandszahlungen von Mandaten oder Klagen abzuhalten. Anlass ist eine aktuelle Umfrage unter rund 6.000 Anwältinnen und Anwälten. Demnach berichten über 42 Prozent, Mandanten seien vor Mandatserteilung durch ihre Rechtsschutzversicherung beraten oder vertreten worden. Knapp 13 Prozent geben an, Versicherer hätten Abstandszahlungen angeboten, um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. BRAK-Vizepräsident Dr. Christian Lemke spricht von einem „skandalösen Vorgehen“ und fordert eine gesetzliche Klarstellung im Sinne des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG): Rechtsberatung müsse unabhängigen Anwälten vorbehalten bleiben. Für die Kammer steht mehr auf dem Spiel als Einzelfälle – sie sieht einen Eingriff in die anwaltliche Berufsausübung und ein problematisches Signal für die Rechtsstaatlichkeit.

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Zitat des Tages – Versicherer warnen vor „Kodak-Moment“ – 12.02.2026

„Ich bin mir nicht sicher, ob wir nicht gerade unseren Kodak-Moment erleben“,

warnt Stefanie Schlick, Vorstandsvorsitzende der Sparkassenversicherung Sachsen. Sie sieht die Versicherungsbranche in Gefahr, zentrale Trends zu verschlafen. Zwar steigen die Umsätze, doch oft nur durch Einmalbeiträge oder höhere Prämien, die Inflation und Schäden ausgleichen. Nachhaltiges Wachstum fehlt. In der Altersvorsorge verlieren Versicherer an Bedeutung, während Neobroker Marktanteile gewinnen.

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ChatGPT vermittelt erstmals bindende Versicherungsangebote

Medien sprechen von einem „historischen Schritt“: Die KI ChatGPT liefert ab sofort im Chat-Fenster verbindliche Versicherungsangebote. Das berichten Branchenmedien unter Verweis auf den Betreiber OpenAI. Freigeschaltet wurden erste Apps, die nicht mehr nur informieren, sondern nach Eingabe persönlicher Daten konkrete Offerten regulierter Versicherer erstellen. Beteiligt sind der spanische Digitalversicherer Tuio mit einer Hausratversicherung sowie die US-Vergleichsplattform Insurify für Kfz-Policen. Technischer Partner ist Waniwani. Der Hintergrund: Weltweit nutzen bereits viele Verbraucher KI-Modelle für Finanzfragen – in den USA laut Unternehmensangaben rund jeder dritte Erwachsene. Der Schritt vom Beratungstool zum Abschlusskanal erscheint folgerichtig.

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Zahl des Tages – ADAC Luftrettung absolviert rund 49.000 Einsätze

49.000…

Einsätze absolvierte die ADAC Luftrettung im vergangenen Jahr. Das sind im Schnitt 134 Notfälle pro Tag. Besonders häufig ging es um Unfallverletzungen (31 Prozent) sowie Herz-Kreislauf-Notfälle (26 Prozent). Das geht aus der Jahresbilanz der Rettungsdienstorganisation hervor. Die Zahl der Nachtflüge und Rettungswinden-Einsätze stieg jeweils um fünf Prozent. Weiterlesen →

„Unabhängigkeits“Urteil – Maklerbranche zwischen Rechtsprechung und Realität

Aktuell sorgt ein Urteil des Oberlandesgericht Dresden für Bewegung im Markt: Der Leipziger Versicherungsmakler Risk007 darf nicht länger mit dem Begriff „unabhängiger Versicherungsmakler“ werben. Die Richter folgten damit im Kern der Argumentation des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der seit Jahren die Unabhängigkeit von Maklern wettbewerbsrechtlich prüfen lässt und entsprechende Abmahnungen vorantreibt. Was als Klarstellung gedacht war, sorgte in der Branche jedoch nicht für Jubelsprünge. Verbände, die Maklern lange Zeit geraten hatten, sich von Abmahnungen nicht einschüchtern zu lassen, schlagen nun leisere Töne an und empfehlen, den Begriff „unabhängig“ vorerst zu meiden – ein bemerkenswerter Stimmungswechsel zwischen Anspruch und Praxis.

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Zitat des Tages – Gesundheitsabgabe in der Kritik: Warum das Kostenproblem im Fokus steht – 11.02.2026

„Wir haben ein Ausgabenproblem in der gesetzlichen Krankenversicherung“,

sagt Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen. Der Verband kritisiert den SPD-Vorschlag einer Gesundheitsabgabe auf Miet- und Kapitaleinkünfte deutlich. Aus seiner Sicht liegen die Ursachen steigender Beiträge nicht bei fehlenden Einnahmen, sondern bei massiv wachsenden Ausgaben.

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Karneval 2026: Versicherungsirrtümer, die teuer werden können

Zum Start der Karnevalssaison warnen Versicherer erneut vor klassischen Fehlannahmen rund um Haftpflicht-, Unfall- und Kfz-Versicherung. Gerade in den närrischen Tagen zeigt sich regelmäßig: Die Hoffnung, dass im Schadenfall „irgendeine“ Versicherung zahlt, geht oft nicht auf. Zwar zählt die private Haftpflichtversicherung zu den wichtigsten Policen überhaupt, doch nicht jeder weiß, ob er tatsächlich versichert ist. Sie greift bei fahrlässig verursachten Personen- oder Sachschäden an Dritten – etwa im Gedränge oder bei umgestoßenen Getränken. Eigene Schäden bleiben hingegen außen vor, vorsätzliches Handeln ist grundsätzlich ausgeschlossen.

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Offene Immobilienfonds unter Druck: Stabilitätsanker oder strukturelles Risiko?

Offene Immobilienfonds (OIF) stehen aktuell stärker denn je im Fokus der Debatte um geeignete Anlageformen im veränderten Zinsumfeld. Auslöser sind anhaltend schwache Renditen, temporäre Rücknahmeaussetzungen einzelner Fonds und wachsende Zweifel an der Bewertungsrealität der Immobilienbestände. Für Mario Schüttauf, Geschäftsführer der Commerz Real Investmentgesellschaft mbH, ist die Diskussion jedoch vielfach fehlgeleitet: OIFs seien weder als Tagesgeldersatz gedacht noch als Renditeturbo vergleichbar mit Turbozertifikaten. Ihre Funktion liege klar woanders – als stabilisierender Portfolio-Baustein mit langfristigem Horizont. Wer kurzfristige Liquidität oder maximale Rendite suche, sei hier grundsätzlich falsch positioniert. Schüttauf spricht von einem „Erwartungsproblem“ vieler Anleger und zieht einen Vergleich aus der Automobilwelt: Ein Golf Diesel sei schließlich auch nicht für Rundenrekorde auf dem Nürburgring gebaut, sondern für Verlässlichkeit im Alltag. Genau diese Qualitäten – planbare Erträge, geringe Schwankungen und Diversifikation ohne Klumpenrisiko – seien laut Schüttauf seit mehr als 50 Jahren der Kernnutzen offener Immobilienfonds.

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In Kooperation mit der
INTER Versicherungsgruppe