ELTIF-Debatte: Branche sieht Potenzial, Verbraucherschützer warnen vor erheblichen Risiken

Die Diskussion um Europäische Langfristfonds (ELTIF) erhält neue Dynamik, nachdem sowohl Branchenvertreter als auch Verbraucherschützer ihre Positionen geschärft haben. Während Sonja Knorr, Head of Alternative Investment Funds bei Scope, die Produkte als wichtigen Baustein für eine diversifizierte Altersvorsorge sieht, warnt Stephanie Heise von der Verbraucherzentrale NRW ausdrücklich vor „hohen Kosten und hohen Risiken“ für Privatanleger. Die Argumente könnten gegensätzlicher kaum sein: Auf der einen Seite stehen milliardenschwere Infrastrukturbedarfe – allein in Deutschland beziffert das Institut der deutschen Wirtschaft den Investitionsbedarf bis 2035 auf 600 Milliarden Euro –, auf der anderen Seite eine Zielgruppe, die laut Heise oft zu wenig Finanzbildung besitzt, um komplexe Privatmarktprodukte angemessen einzuschätzen. ELTIFs sollen Privatanlegern den Zugang zu Infrastruktur-, Private-Equity- und Unternehmensfinanzierungen erleichtern und damit stabile Cashflows erschließen, gleichzeitig aber gelten viele der enthaltenen Assets als illiquide und hochgradig intransparent. Knorr betont, dass eine „unkorrelierte Ergänzung zu öffentlichen Märkten“ möglich sei, mahnt jedoch, dass das Vertrauen der Anleger nicht durch überhöhte Gebühren oder minderwertige Portfolios gefährdet werden dürfe.

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Klingbeil treibt Reform der Riester-Rente voran – Neues Altersvorsorgedepot soll 2027 starten

Reform der privaten Altersvorsorge: Altersvorsorgedepot ersetzt Riester-Rente
Finanzminister Lars Klingbeil hat am Freitag mit der Vorstellung seines Gesetzentwurfs den nächsten Schritt zur grundlegenden Reform der privaten Altersvorsorge eingeleitet – und setzt damit einen deutlichen Akzent in einer Debatte, die seit Jahren zwischen Anspruch und Wirklichkeit pendelt. Wie aus den vom Finanzministerium veröffentlichten Unterlagen hervorgeht, soll ein neues „Altersvorsorgedepot“ ab 2027 die in die Jahre gekommene Riester-Rente ablösen. Ziel: mehr Renditechancen, weniger Bürokratie, klare Kostenstrukturen. Klingbeils Entwurf, der am 17. Dezember im Kabinett beraten werden soll, skizziert ein Modell, das sowohl staatlich gefördert als auch marktnah funktionieren soll – eine Antithese zur Riester-Logik aus Garantiefixierung und Detailverliebtheit. Laut Ministerium basiert der Reformdruck auf klaren Marktdaten: rückläufige Vertragszahlen seit 2018 und schätzungsweise bis zu einem Viertel ruhend gestellter Riester-Verträge. Die Ursachen benennt das Ministerium präzise – hohe Gebühren, niedrige Renditen –, eine Analyse, die sich mit Beobachtungen aus der Versicherungswirtschaft deckt. Kanzler Friedrich Merz kündigte laut ARD ebenfalls „umfassende Änderungen“ an, während Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) im Interview erklärte, man wolle „mehr als nur an zwei Schräubchen drehen“.

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BRSG II erzeugt Erwartungen – Produktgeber verweisen auf gesetzliche Grenzen und wachsende Komplexität in der bAV

Obwohl das BRSG II noch nicht in Kraft ist, steht die Reform bereits in der Kritik: zu klein, zu wenig mutig. Vor diesem Hintergrund stellte sich Per Protoschill, verantwortlich für die betriebliche Altersversorgung bei der Stuttgarter, im Gespräch den Fragen, warum die Produktgeber selbst selten im Fokus stehen. Protoschill betonte, die bAV habe „keine schwache Performance“, vielmehr sei die Direktversicherung weiter hochattraktiv und habe bei Die Stuttgarter in den vergangenen Jahren „deutliches Wachstum“ verzeichnet. Die Kritik an der geringen Teilnahmequote – laut aktueller Deloitte-Studie stagniert sie seit Jahren bei rund 40 Prozent – richte sich daher nicht allein an Anbieter. Protoschill verwies auf gesetzliche Rahmenbedingungen, die der Branche enge Grenzen setzen. In den vergangenen zehn bis 15 Jahren seien Durchführungswege, steuerliche Vorgaben und sozialversicherungsrechtliche Regelungen in immer dichterer Folge hinzugekommen – ein „Komplexitätsaufbau“, der nicht aus den Unternehmen selbst heraus entstanden sei, sondern aus gesetzgeberischen Initiativen.

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Stabiler Zusatzbeitrag bei ersten Krankenkassen – Übersicht der Beitragssätze 2026

Erste Krankenkassen bestätigen stabile Zusatzbeiträge

Zum 1. Januar 2026 steht fest: Mehrere gesetzliche Krankenkassen halten ihren Zusatzbeitrag konstant – eine Entwicklung, die angesichts der angespannter Finanzlage der GKV zuletzt nicht für Jubelsprünge sorgte, nun aber zumindest eine kurze Verschnaufpause bietet. Wie aus aktuellen Mitteilungen der Kassen hervorgeht, bleiben die Zusatzbeiträge unter anderem bei der BKK firmus (2,18 %), der Barmer (3,29 %), der IKK classic (3,4 %) sowie der branchenbezogenen SVLFG (0 %) unverändert; auch regionale Anbieter wie die AOK Plus (3,1 %) oder die IKK Brandenburg und Berlin (4,35 %) folgen diesem Kurs. Die Information stammt aus einer laufend aktualisierten Übersicht (Stand: 4. Dezember 2025), die zeigt, welche Kassen bereits entschieden haben und welche Abweichungen vom vom Bundesgesundheitsministerium definierten Orientierungswert von 2,9 % bestehen. Bildlich gesprochen entsteht damit ein heterogenes Beitragsfeld: Während einige Kassen stabil bleiben, rangieren andere längst darüber – ein Kontrast, der den Markt weiterhin prägt und Versicherte vor individuelle Entscheidungen stellt.

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Zahl des Tages – Gewalttätiger Weihnachtsmann muss zahlen – 08.12.2025

4.000 Euro

so hoch war die Geldauflage, mit der das Verfahren gegen einen 62-jährigen Weihnachtsmann-Darsteller in Stralsund eingestellt wurde. Der Mann hatte einen 4-jährigen Jungen mit einem Tannenzweig geschlagen, nachdem dieser ihn provoziert hatte. Aufgrund seines Geständnisses und seiner langen Zeit in der Weihnachtsmann-Rolle werteten Staatsanwaltschaft und Gericht die mediale Aufmerksamkeit bereits als zusätzliche Strafe. Die Mutter…

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Versicherer präsentieren „Elementar Re“: Neues Sicherungssystem für Hochrisiko-Gebäude startet Debatte um Elementarschutz

Mit Verweis auf die weiter steigenden Klimaschäden hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch ein neues Rückversicherungsmodell präsentiert, das den Schutz besonders gefährdeter Wohngebäude dauerhaft sichern soll. Wie GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen erklärte, richten sich Konzept und Zeitpunkt der Vorstellung klar an die laufenden politischen Beratungen zur Elementarschutzversicherung. Betroffen sind laut GDV rund 400.000 Wohngebäude, die in Gebieten mit hoher Schadenwahrscheinlichkeit liegen und zunehmend Schwierigkeiten haben, bezahlbaren Versicherungsschutz zu erhalten.

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In Kooperation mit der
INTER Versicherungsgruppe