Das neue Blog der Gothaer: „Man wird als Versicherer ganz anders wahrgenommen“

Wer etwas auf sich hält, der bloggt heute. Das gilt für Versicherungsvermittler und Makler ebenso wie für Versicherungskonzerne. Die Huk bloggt, der Bausparfuchs von Schwäbisch Hall bloggt – und seit Anfang Mai nun auch die Gothaer unter www.gothaer2know.de.

Gothaer-Blog

Interessanter Ansatz des Unternehmens: Kurz nach dem Start veranstalteten die Kölner Blogger-Events in Berlin, Köln und München, wo sie das neue Blog der Blogger-Szene vorstellten.

Karsten Lohmeyer, Chefredakteur des Tagesbriefings und selbst begeisterter Blogger, hat dazu Klemens Surmann befragt. Er ist bei der Pressestelle der Gothaer für externe Kommunikation und Social Media zuständig – und damit auch für das Blog.

Herr Surmann, warum haben Sie die Blogger-Events veranstaltet?

Klemens Surmann

Klemens Surmann

Wir wollten unser neues Blog in der Szene zur Diskussion stellen, denn schließlich ist das etwas ganz anderes, wenn man als Versicherung bloggt statt als Privatperson. Wir wollten wissen: Wollen die Blogger überhaupt, dass eine Versicherung bloggt? Und wir wollten uns mit der Szene vernetzen.

Wollen Blogger, dass eine Versicherung bloggt?

Ja, das Feedback war recht positiv. Die Blogger sind eindeutig dafür, dass man auch als Versicherung bloggt.

Und worüber?

Sie wollen Themen aus der Versicherung hören und keine Werbung. Sie wollen hinter die Kulissen blicken und Beiträge lesen wie zum Beispiel „Was macht eigentlich eine Kunsthistorikerin bei der Gothaer?”.

Waren das alles Versicherungs- oder Finanz-Blogger?

Nein, das waren freie Blogger aus der Blogger-Szene, die über alles Mögliche schreiben.

Was waren die wichtigsten Erkenntnisse für Sie?

Überrascht hat uns, dass sie sich zum Beispiel längere Podcasts gewünscht haben. Bisher waren unsere Podcasts immer nach drei Minuten zu Ende, weil wir dachten, mehr wollen die Menschen nicht. Jetzt haben wir erfahren, dass die Blogger lange Hintergrund-Podcasts mit bis zum 30 Minuten lieben – das hören sie dann zum Beispiel beim Sport.

30 Minuten? Über welches Thema könnte ein solcher Podcast gehen?

Zum Beispiel über erneuerbare Energien, ein Kernthema von uns. Wir sind gerade dabei, einen entsprechenden Podcast zu erstellen.

Wer macht den Podcast?

Eine professionelle Radio-Moderatorin mit eigenem Studio. Als Gothaer wollen wir natürlich, dass so ein Podcast professionell ist und Radio-Qualität hat.

Und die Blog-Beiträge? Wer schreibt die?

Natürlich haben wir auch in der Pressestelle der Gothaer eine professionelle Redaktion, die die Texte erstellt. Aber alles was im Blog steht, haben die Menschen wirklich erlebt. So hat uns zum Beispiel der Hochwasserschutzbeauftragte Volker Hericks alles erzählt, was er im Hochwassergebiet erlebt hat – und wir haben es aufgeschrieben.

Warum bloggen Sie bei der Gothaer über solche Themen?

Weil wir von Kreisen als kompetent wahrgenommen werden wollen, die uns so vielleicht noch nicht gesehen haben. Dass es da einen echten Menschen gibt, der durch die Hochwassergebiete fährt und den Betroffenen hilft, wissen die meisten gar nicht. Die denken vielleicht, da sitzt ein Sachbearbeiter in seinem Büro und bearbeitet Akten. Aber auch Themen wie Versicherungsmathematik können unglaublich spannend sein.

Wie passt das mit ihrer Social-Media-Strategie zusammen?

Wir haben ja eine sehr gut funktionierende Facebookseite und einen Twitter-Account. Aber das ist etwas für kurze Texte und Links und kann nicht so in die Tiefe gehen. Genau das wollen wir in unserem Blog  – und haben jetzt auch eine Möglichkeit, von Facebook und Twitter auf eigene Inhalte zu verlinken. Bisher haben wir immer auf externe Artikel wie zum Beispiel von Spiegel Online verwiesen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Facebook – und wie kann man das auf das Blog übertragen?

Auch bei Facebook haben wir ganz klein angefangen und einfach mal gemacht. Und irgendwann hat das dann funktioniert und alle im Unternehmen fanden es toll. Da passiert auch sehr viel Kundenkontakt.

Haben Sie keine Angst vor den berühmten Shitstorms?

Ach, die hatten wir schon. Aber unserer Erfahrung nach, muss man nur offen und ehrlich kommunizieren, dann legt sich ein Shitstorm sehr schnell und die Menschen haben Verständnis für die Position des Versicherers. Da kann man als Unternehmen eigentlich nur gewinnen.

Würden Sie anderen Versicherern und auch Versicherungsvermittlern und Makler raten, den Schritt in die sozialen Medien zu wagen?

Unbedingt. Versicherungen müssen sich an die neue Öffentlichkeit gewöhnen. Heute ist alles transparent und vergleichbar. Ich kann nur allen raten, es sich einmal anzusehen und auszuprobieren, was heute möglich ist. Und es bringt ja auch viel: Wenn zum Beispiel jemand auf Google nach dem Thema “Erneuerbare Energien” sucht, wird er nur ganz selten direkt bei der Gothaer landen – aber sicher bald auf unserem Blog. Und der emotionale Aspekt ist auch nicht zu vernachlässigen.

Was meinen Sie mit emotionalem Aspekt?

Man wird mit einem solchen Blog als Versicherer ganz anders wahrgenommen. Eben nicht als gesichtsloses Unternehmen. Man hat in einem Blog und in den sozialen Medien so viele Möglichkeiten, Themen, Geschichten und Menschen zu zeigen, die enorm positive Emotionen schaffen und zur Kundenbindung beitragen.

Also lohnt sich das Blog für die Gothaer?

Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Aber wir wollen in einem halben Jahr eine erste Bilanz ziehen. Ich bin sicher, dass sie positiv ausfallen wird.

Lieber Herr Surmann, herzlichen Dank für das Gespräch.

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