Fitch bestätigt ‚AA-‚Finanzstärkeratings der Provinzial NordWest – Ausblick stabil

PRESSEMITTEILUNG – Fitch Ratings, London/Frankfurt, 10. September 2014: Fitch Ratings hat das ‘AA-’ Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der Westfälischen Provinzial Versicherung AG (WPV) und der Provinzial NordWest Lebensversicherung AG (PNWL) bestätigt. Der Ausblick der Ratings ist stabil.

SCHLÜSSELFAKTOREN DER RATINGS

Die Ratings spiegeln Fitchs Sichtweise auf die WPV und PNWL als Kerngesellschaften der Provinzial NordWest Gruppe (PNW) wider, welche die Agentur wiederum als integralen Bestandteil der Sparkassen-Finanzgruppe (SFG, Emmittentenausfallrating ‘A+’, Ausblick stabil) ansieht. Die Zugehörigkeit zur SFG wirkt sich zugunsten der Ratings der WPV und PNWL aus.

Auch ohne Berücksichtigung der SFG ist die PNW stark kapitalisiert, folgt guten Reservierungsstandards und verfügte in den vergangenen Jahren über eine fortlaufend starke versicherungstechnische Ertragslage. Andererseits hat die PNW einen hohen Prämienanteil an Wohngebäudeversicherung in ihren Büchern, welcher zu wesentlichen Risiken aus Unwetterschäden führen kann, die allerdings durch einen angemessenen Rückversicherungsschutz deutlich gemindert werden. Außerdem führt das auf Nordwestdeutschland ausgerichtete Geschäft zu einer begrenzten geographischen Diversifikation sowie einem eingeschränkten Wachstumspotenzial.

Die PNW besitzt in ihrem Vertriebsgebiet eine starke Marktstellung, die neben dem dichten Netz an eigenen Geschäftstellen vom Vertrieb ihrer Policen über die SFG gestützt wird. Auch der Verkauf von Einmalbeitragsgeschäft profitiert von der Zugehörigkeit zur SFG.

Die Nettoverzinsung der PNW ging 2013 auf 4,2% (2012: 4,4%) zurück. Fitch erwartet einen weiter rückläufigen Trend für das laufende Geschäftsjahr, getrieben von den anhaltend niedrigen Zinsen. Das Konzernergebnis der PNW fiel 2013 unwesentlich niedriger aus und lag bei 130 Mio. Euro (2012: 136 Mio. Euro). Für das laufende Jahr erwartet Fitch ein erneut niedrigeres Ergebnis, aber mehr als 100 Mio. Euro.

Die deutsche Schaden-/Unfallversicherungsbranche erlitt 2013 außergewöhnlich hohe, weit über dem langjährigen Mittel liegende Hagel- und Flutschäden. Auch wenn sich der Rückversicherungsschutz der PNW als angemessen erwies, ging das versicherungstechnische Ergebnis in der Schaden-/Unfallversicherung auf 22 Mio. Euro von 31 Mio. Euro im Vorjahr zurück (vor Schwankungsrückstellung). Das Bruttoergebnis schloss allerdings mit einem Verlust von 32 Mio. Euro ab (2012: Ertrag von 95 Mio. Euro).

Die WPV erzielte 2013 eine Netto-Schaden-/Kostenquote von 92,2% (2012: 92,9%), und damit eine deutlich bessere Quote als der Markt. Fitch erwartet, dass die Branche das Jahr 2013 mit einer Quote von 99% abgeschlossen hat (2012: 96,3%). Durch einen Anstieg der Einmalbeiträge um 57% stiegen die Prämieneinnahmen der PNWL 2013 auf 1,5 Mrd. Euro (2012: 1,3 Mrd. Euro). Gemessen am APE (Annual Premium Equivalent, laufender Neubeitrag + 1/10 Einmalbeitrag) verzeichnete die PNWL einen Zuwachs im Neugeschäft von 10,4%, während der deutsche Lebensversicherungsmarkt einen Rückgang von 5,5% hinzunehmen hatte. Der Anteil des fondsgebundenen und Berufsunfähigkeitsgeschäfts am Neugeschäft erhöhte sich 2013 auf 35% (2012: 32%).

Die PNW wies zum Jahresende 2013 eine Bilanzsumme von 22,7 Mrd. Euro aus und erzielte 2013 Prämieneinnahmen von 3,2 Mrd. Euro. Zur PNW gehören ein Lebensversicherer und drei Schaden-/Unfallversicherer. Die WPV und PNWL sind die größten Einheiten.

RATINGSENSITIVITÄTEN

Weil Fitch PNWL und WPV als integralen Bestandteil der SFG ansieht, wird sich jede Veränderung des Ratings der SFG wahrscheinlich in den Ratings der Versicherer widerspiegeln.

Außerdem könnte eine Herabstufung der Ratings aufgrund einer aus Fitchs Sicht geringeren Bedeutung der öffentlichen Versicherer in der SFG einerseits oder von WPV oder PNWL in der PNW andererseits angezeigt sein. Eine solche Veränderung wird kurz- bis mittelfristig als unwahrscheinlich angesehen, könnte aber, zum Beispiel, von einer stark rückläufigen Kapitalausstattung bei einem der Versicherer veranlasst werden.