Fitch stuft das IFS-Rating des VOLKSWOHL BUND auf ‘A+’ herab, Ausblick stabil

PRESSEMITTEILUNG – Fitch Ratings, London/Frankfurt, 29. August 2014: Die internationale Ratingagentur Fitch Ratings hat das Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der VOLKSWOHL BUND LEBENSVERSICHERUNG a.G. (VBL) auf ‘A+’ von ‘AA-’ herabgestuft. Der Ausblick des Ratings ist ‘Stabil’.

SCHLÜSSELFAKTOREN DES RATINGS

Die Herabstufung spiegelt die Erwartung der Agentur wider, dass die Kapitalausstattung der VBL als Folge der langanhaltenden niedrigen Anleihezinsen allmählich rückläufig sein wird. Das in den vergangenen Jahren wiederholt starke Neugeschäft in der Rentenversicherung hat die Duration der Passiva bei der VBL im Marktvergleich deutlich stärker ansteigen lassen als bei Wettbewerbern. In der Folge ist der Durationsmismatch zwischen Passiva und Aktiva bei der VBL größer, und führt zu einem höheren Wiederanlagerisiko. Nach Meinung der Agentur wird der Aufbau von Eigenmitteln nicht mit dem Wachstum des Geschäfts mithalten können. Das Wachstum der VBL ist in den vergangenen Jahren sehr stark ausgeprägt gewesen, und führte zu einem Bilanzsummenwachstum von mehr als 10% per annum, was die Effekte aus den niedrigen Zinsen weiter verschärft.

Auch wenn die VBL bis dato ihre Kapitalausstattung aufrecht erhalten konnte, hat sie doch das Credit Risk festverzinslicher Anlagen erhöht, um die dafür benötigte Nettoverzinsung zu erreichen. Die Fitch eigene Kennzahl zur Bemessung des Anlagerisikos hat sich über die Zeit von der ‘AAA’-Kategorie auf die ‘A’-Kategorie abgeschwächt. Allerdings erwartet Fitch keine weitere Verschlechterung.

Des Weiteren führen das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) und Solvency II zu zusätzlichen Kosten, wie für den Lebensversicherungsmarkt im Allgemeinen.

Alles zusammengenommen hält es Fitch für wahrscheinlich, dass sich die Kapitalausstattung der VBL abschwächt, weil die aktuellen Herausforderungen das weitere Wachstum von Eigenmitteln beschränken wird, während die Deckungsrückstellung und die dazugehörigen Kapitalanlagen voraussichtlich weiterhin stark wachsen werden.

Das Rating spiegelt die weiterhin starke Kapitalausstattung, die starke Position der Gesellschaft im Vertrieb mit freien Vermittlern, Maklern und Vertriebsorganisationen sowie die niedrigen Kostenquoten wider. Dem stehen als negative Schlüsselfaktoren des Ratings das Risiko aus dem derzeit schwierigen operativen Umfeld für die deutsche Lebensversicherung und die eingeschränkte geographische Diversifikation gegenüber. Die VBL betreibt ihr Geschäft ausschließlich in Deutschland.

Gemessen an den zu verzinsenden Passiva verblieben die Eigenmittel der VBL unverändert bei 8,3% zum Jahresende 2013. Fitch schätzt, dass sich diese Quote für den deutschen Lebensversicherungsmarkt von 7,7% im Vorjahr auf 7,4% verringert hat. Die Kapitalausstattung der VBL war zum Jahresende 2013 weiterhin stark, sowohl auf Basis der Risiko basierten Analyse der Agentur als auch aus Sicht der aufsichtsrechtlichen Gruppensolvabilität, die 2013 leicht rückläufig war und zum Jahresende 216% betrug (2012: 218%). Fitch erwartet für das laufende Jahr einen Rückgang der Gruppensolvabilität, aber einen Wert von mehr als 180%.

Die Kosten- und Risikoüberschüsse der VBL sind beständig stark. Die Verwaltungskostenquote lag 2013 bei 2,0% (2012: 2,0%) und die Abschlusskostenquote bei 4,8% (2012: 4,9%) – beide Quoten waren besser als die vom Markt erzielten 2,3% (2012: 2,4%) und 5,1% (2012: 5,0%). Fitch erwartet, dass die VBL auch 2014 Kostenquoten berichten wird, die weiterhin besser als die des Marktes sein werden.

Die VBL ist Konzernobergesellschaft der VOLKSWOHL BUND-Gruppe (VBG). Sie besitzt die Rechtsform des Versicherungsvereines und ist ihr wichtigster operativer Versicherer. Im Jahr 2013 hatte der Lebensversicherer eine Bilanzsumme von 10,6 Mrd. EUR, was einem Gruppenanteil von 99% entspricht. Die Gesellschaft konzentriert ihr Geschäft auf das Individualgeschäft sowie kleine bis mittelständische Betriebe. Die VBG vereinnahmte 2013 gebuchte Bruttobeiträge in Höhe von 1,4 Mrd. EUR.

RATING SENSITIVITÄTEN

Eine Heraufstufung des Ratings ist aufgrund des aktuellen Marktumfeldes für deutsche Lebensversicherer kurz- bis mittelfristig unwahrscheinlich.

Schlüsselfaktoren, die zu einer Herabstufung des Ratings führen können, sind unter anderem eine Verschlechterung der Kapitalausstattung mit einer Solvabilitätsquote von unter 170% sowie eine stark geschwächte Marktposition.

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