Gastkommentar zum Bund der Versicherten: Rechtsanwalt Joachim Bluhm über den Wrocklage-Rücktritt

Nach langem Ringen mit sich selbst: Wrocklage bekennt Farbe!

von Joachim Bluhm

Der Ende 2010 von seinem Jugendfreund Gobrecht (dem „Senator“) eingesetzte Notvorstand Wrocklage hat beim BdV gute Arbeit geleistet. Er hat sich um die vom Blunck-Trio (Blunck, Rudnik, Fricke) ruinierten Finanzen des Vereins gekümmert und den langjährigen Streit mit den „VerUNsicherten“ beendet. Ihm hatte sich erschlossen, dass diese Gruppierung FÜR den Verein kämpfte und nicht GEGEN ihn.

Wrocklage ist es auch zu verdanken, dass der Posten des Vorstandsvorsitzenden endlich ausgeschrieben wurde (dies hatte Frau Blunck schon 2004 versprochen und, nachdem sie ihm Amt war, umgehend vergessen) und dass die Ausschreibung zu einem guten Ergebnis geführt hat: Mit Kleinlein hatte der Verein einen Vorstandsvorsitzenden bekommen, der dem Verein wieder Leben eingehaucht und ihm Profil gegeben hat.

Es ist nicht ohne Tragik, dass dieses segensreiche Wirken immer wieder mit Gobrecht kollidierte, der nebst Zweitstimme Schadendorf nur daran interessiert war, seine eigene Verantwortung für die Fehlentwicklungen der Vergangenheit zu verdecken. Da war ein Mann wie Kleinlein, der sich doch tatsächlich traute, den von Gobrecht geschmierten Abgang des Ex-Vorstands-Mitglieds Fricke zu hinterfragen, natürlich ein Störfall. Er wurde nach alter „Senatoren“sitte entsorgt. Der damit angerichtete Schaden für den Verein interessierte nicht.

In dieser Lage musste sich Wrocklage zwischen seiner Loyalität zu dem von ihm geretteten Verein einerseits und der zu seinem ältesten Freund andererseits entscheiden. Das ist ihm erkennbar nicht leicht gefallen. Und viele haben dieses Ringen auch weder gesehen noch verstanden. Doch hat Wrocklage es nun geschafft: Er hat richtig entschieden – und damit deutlich gemacht, wo er steht. Das ist ein Zeichen, das der Verein für die Abwahl von Gobrecht nebst Zweitstimme, für die Neuwahl eines geeigneten Aufsichtsrats und die Wiedereinstellung Kleinleins nutzen sollte – bevor es für den Verein zu spät ist.

Nun brauchen wir nur noch eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Interessierte BdV-Mitglieder können dahingehende Anträge unter www.VerUNsicherte.de > Aktuelles>Anträge abrufen. Bitte geben Sie dem Verein (noch) eine Chance!

Beste Grüße

Joachim Bluhm

Anmerkung der Redaktion:

Ein herzliches Dankeschön an Rechtsanwalt Joachim Bluhm für den Gastbeitrag! Gastbeiträge geben immer ausschließlich die Meinung des Verfassers wieder und nicht unbedingt die der Tagesbriefing-Redaktion.

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich frage mich, warum Herr Bluhm beim Tagesbriefing das x-te Mal als Leserbrief oder Gastbeitrag getarnte Werbeappelle zur Einberufung einer ao. Mitgliederversammlung machen darf. Woanders nennt man das Schleichwerbung.

    • Lieber Herr Meinecke,

      wir vom Tagesbriefing freuen uns über fachliche Beiträge von allen Seiten. Wir veröffentlichen auch Kommentare und Gastbeiträge mit anderer Sichtweise, sobald wir sie erhalten, ganz im Sinne einer offenen und fairen Diskussion.

      Dass Herr Bluhm als anerkannter Verbraucherschutzanwalt das junge Medium Tagesbriefing offensichtlich schätzt, ehrt uns. Einen Grund, seine Beiträge abzulehnen, sehen wir nicht. Schleichwerbung wäre es unserer Ansicht nur, wenn der Absender – und seine Absicht – nicht klar erkennbar wäre. So empfinden wir es als durchaus legitim und angemessen, dass Herr Bluhm nicht nur seine persönliche Ansicht mit den Lesern des Tagesbriefings teilt, sondern auch auf seine Webseite hinweist.

      Sie haben einen Kommentar oder Gastbeitrag? Sie können ihn entweder direkt in das Kommentarfeld eingeben oder uns über news@tagesbriefing.de per E-Mail senden. Wir veröffentlichen ihn nach einer redaktionellen Prüfung im Sinne einer transparenten (Fach-)-Diskussion auch dann, wenn er eben nicht die Meinung der Redaktion wiedergibt.

  2. Zur Ausgewogenheit der Berichterstattung würde ich gerne auf folgende Seite hinweisen, die sich kritisch mit dem Versuch einiger weniger Interessierter auseinandersetzt, den BDV zu übernehmen:

    http://www.bdv-wir-sind-die-99.de

    Nach diesen Informationen offenbar aus den inneren Kreis des BDV sei Herr Bluhm selbst an einem Vorstandsposten beim BDV interessiert gewesen. Er hat scheinbar durchaus handfeste eigene Interessen.

  3. Lieber Herr Meinecke,

    Sie wissen zweifelsfrei, wer der von Ihnen erwähnte „innere Kreis des BdV“ ist. Und dieser weiß:

    Da ich mich nie um einen Vorstandsposten des BdV beworben habe, konnte auch niemand mir einen solchen verwehren – nicht einmal der „Senator“. Daher gilt auch hier:

    Informieren – nachdenken – schreiben, dies in dieser Reihenfolge.

    Mit freundlichen Grüßen

    Joachim Bluhm

  4. Lieber Herr Bluhm,

    lese mit Interesse Ihre Wortwahl („beworben“). Nur: Wenn man an einem Posten Interesse hat, muss man sich ja nicht selbst bewerben. Es reicht, wenn Sie jemand vorgeschlagen hat, der Ihr Interesse kannte.

    Nicht nur mir ist jedenfalls Ihr Eifer, im Internet gegen den BDV-Aufsichtsrat und den neuen Vorstand zu intrigieren, suspekt. Vgl. http://www.bdv-wir-sind-die-99.de/.

    Da geht es wohl kaum um die Interessen der 50.000 BDV-Mitglieder, sondern wohl darum, durch feindliche Übernahme an die Pfründe eines 2 Mio. Euro p.a. schweren Vereins zu kommen. Da reichen 50 Stimmen auf der ao. Mitgliederversammlung (0,1%). Jetzt oder nie, nicht wahr?

    Mit freundlichen Grüßen

    F. Meinecke

    • Aber Herr Meinicke,

      Sie können versichert sein: Es hat mich auch nicht „jemand vorgeschlagen“. Wer soll denn das gewesen sein? Ich hatte doch jedem, der es wissen wollte (und auch einigen, dies es nicht wissen wollten), erklärt, dass ich NICHT kandidieren würde. Sollten Sie hier andere Informationen haben, nennen Sie bitte Ross und Reiter! Anderenfalls sehen Sie bitte davon ab, Mutmaßungen über mein „Interesse“ anzustellen.

      Im Übrigen intrigiere ich nicht, sondern sage ich – anders als Sie – ganz klar und mit offenem Visier, dass dieser Verein einen Aufsichtsrat braucht, der weiß, dass er Aufsicht zu führen hat, und dass er einen Vorstandsvorsitzenden braucht, der von dem Produkt, mit dem sich dieser Verein befasst, etwas versteht. Der Verein kann sich eine zweite Ära Blunck schlicht nicht leisten.

      Dass der Verein heute 50.000 Mitglieder hat, freut mich. Ich glaube, behaupten zu dürfen, dass ich hierzu einen Anteil geleistet habe. Die „feindliche Übernahme“ war allerdings schon 2006, da verwechseln Sie die Daten. Und zu den von Ihnen erwähnten „Pfründen“: Die haben Blunck & Co. unter der „Aufsicht“ des Herrn Gobrecht längst entsorgt. Haben Sie mal in den letzten Jahresabschluss und Wirtschaftsplan geschaut?

      Und was die Mehrheitsverhältnisse anbelangt: Wir arbeiten doch alle daran, die Beteiligung der Mitglieder an den Mitgliederversammlungen zu erhöhen. Gut so! Für den Fall aber, dass wir erfolglos bleiben: Warum soll der, der mit 50 Stimmen gewählt wurde, nicht mit 50 Stimmen abgewählt werden? Und 2011 hat Gobrecht seine Abwahl mit ganzen 7 (in Worten: sieben) Stimmen verfehlt. Ich erinnere nicht, dass Sie sich über dieses Ergebnis beschwert hätten.

      Mit freundlichen Grüßen

      Joachim Bluhm

  5. Herr Meinecke,
    sind Sie Mitglied im Bund d. Versicherten?
    Als Versicherungsmakler kann ich Herrn Bluhm und seine Meinung nur unterstützen. Auch wenn es in einer egoistischen und nur auf Profit geprägten Gesellschaft nicht alltäglich ist, so gibt es doch noch Menschen, die einfach nur aus Überzeugung handeln. Zu diesen Menschen zähle ich Herrn Bluhm und Herrn A. Kleinlein. Beide hätten mit Sicherheit auf der Seite der Anbieter genügend Möglichkeiten gahabt, sich mit guten Posten und reichlich Einkommen zu beglücken. Beide streiten jedoch für die Interessen der Verbraucher-reich wird man damit nicht!!!
    Zu den 99 % ( wir-sind-die-99) ist zusagen: Es ist nur einer , Herr A. Loof, siehe seine Homepage: Intransparent und bloggen kann man dort auch nicht. Der Mann ist nicht nur deshalb unglaubwürdig, weil er keine e-mails zum Thema Bund d. V. beantwortet.
    Es wäre an der Zeit, dass Sie Herr Meinecke, etwas zu ihrer Person und Ihrer Motivation schreiben, oder?
    Eberhard Stopp Versicherungsmakler

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