Fitch erteilt Anima Re-Verbriefung ‚BBB(EXP)‘ und bestätigt ATLANTICLUX’s Finanzstärkerating ‚BBB+‘

PRESSEMITTEILUNG – Fitch Ratings, London/Frankfurt, 14. November 2014: Fitch Ratings hat an die geplante 55 Mio. Euro Anima Re A IC (Anima Re) Value of Business In-Force (ViF) Transaktion ein „erwartetes (expected) Rating“ von ‘BBB(EXP)’ vergeben.

Die Vergabe des finalen Ratings steht unter dem Vorbehalt, dass die endgültige Dokumentation der Transaktion im Einklang mit den bereits vorliegenden Informationen steht.

Ferner hat Fitch das ‚BBB+‘ Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) und das ‚BBB‘ Emittentenausfallrating (Issuer Default Rating, IDR) der ATLANTICLUX S.A. (ATL) bestätigt. Der Ausblicke der Ratings sind stabil.

Gleichzeitig wurden die ‚BBB‘ Ratings der SQ ReVita ViF-Transaktion und des Salam III Sukuk-Programms (Islamisches Anleiheprogramm) bestätigt.

SCHLÜSSELFAKTOREN DES RATINGS

Die Bestätigung des Ratings spiegelt die anhaltend starke Rentabilität der ATL, ihr niedriges Kapitalanlagerisiko sowie ihre starke Kapitalausstattung wider. Diesen positiven Einflüssen auf das Rating stehen die Abhängigkeit von fondsgebundenen Versicherungsprodukten und die relativ kleine Unternehmensgröße gegenüber.

Das erwartete Rating der Anima Re-Transaktion und die Ratings der SQ ReVita- und der Salam III-Transaktionen entsprechen dem Emittentenausfallrating der ATL. Grundlage dafür ist, dass Fitch die Ausfallcharakteristk der drei Transaktionen als ebenbürtig zu der einer vorrangigen Anleihe der ATL ansieht, auch wenn strukturierte Elemente enthalten sind. Deren Eigenschaften verändern aber nach Ansicht von Fitch das Ausfallrisiko für die Transaktionen nur unwesentlich im Vergleich zu dem einer Senioranleihe.

Anima Re ist ein Tochterunternehmen von Anima Re ICC Limited, reguliert unter dem The Company (Guernsey) Law 2008, und wurde eigens für die Emission der ViF-Anleihe gegründet. Anima Re fungiert als „Transformationsvehikel“ in der Transaktion und schließt einen Rückversicherungsvertrag mit der ATL. Durch diesen Vertrag zediert die ATL einen Drittel des verbleibenden Sterblichkeitsrisikos eines Bestandsblock bestehend aus deutschen Versicherungsverträgen und ungefähr 55% des verbleibenden Sterblichkeitsrisikos eines Bestandsblock bestehend aus französichen Versicherungsverträgen sowie einen Teil des Stornorisikos der Bestandsblöcke an die Anima Re. Anima Re wiederum gibt das Sterblichkeitsrisiko vollständig an die Partner Reinsurance Europe Ltd. (IFS AA-/stabil) ab und trägt damit lediglich das verbleibende Stornorisiko.

Die Erlöse der Transaktion werden von der ATL teilweise zur Rückzahlung von Abschlusskostenfinanzierungen, die über Factoring mit dem Mutterunternehmen FWU AG gedeckt sind, sowie für Marktentwicklung und –erschließungen gemeinsam mit der FWU AG. Die Anima Re Transaktion nimmt nur unwesentlichen Einfluss auf die Grundlagen der Bonität der ATL wie zum Beispiel Verschuldungsgrad und Kapitalausstattung. Fitch sieht es als positv an, dass die Transaktion die Diversifizierung der Abschlusskostenfinanzierung, welche bis dato von der Factoringvereinbarung mit der FWU AG beherrscht wird, weiter verbessert.

Allerdings wird das TFC-Ratio (Total Financing Commitments to Total Available Capital, Verhältnis von auch außerbilanziellen Verpflichtungen zu verfügbarem Kapital) der ATL von 1,3 zum Halbjahresende 2014 mit Abschluss der Transaktion auf voraussichtlich 2,3 ansteigen. Obwohl dies ein vergleichsweise hohes TFC-Ratio ist, hat es gegenwärtig keinen Einfluss auf das Rating der ATL. Denn das Programm wird jeweils durch den in den zu zahlenden Versicherungsprämien enthaltenen Anteil für die Abschlusskosten zurückbezahlt, die in den Versicherungsprämien des jeweiligen Bestands- bzw. Neugeschäftsblocks enthalten sind. Ferner wirken sich die Vertragsvereinbarungen der ATL mit ihren Vertriebspartnern deutlich positiv auf das vom Storno ausgehende Kreditrisiko aus.

Das TFC-Ratio der ATL wird weiter ansteigen, sobald die dritte und letzte Tranche des Salam III-Programms in Höhe von 40 Mio US Dollar im ersten Halbjahr 2015 emittiert wird. Allerdings erwartet Fitch, dass das TFC-Ratio über keinen längeren Zeitraum mehr als 2,5 (der Ratingsensivität für eine Herabstufung) betragen wird, weil einbehaltene Gewinne sowie planmäßige Rückzahlungen auf die bestehenden Transaktionen das TFC-Ratio absenken werden.

Fitch sieht die Rentabilität der ATL als stark an. Trotz ihrer kostenintensiven Vertriebskanäle erreichte die ATL eine annualisierte Bilanzsummenrendite von ungefähr 0,8% im ersten Halbjahr 2014 (2013: 1,08%; 2012: 0,56%) und hat seit 2007 beständig über 0,5% liegende Bilanzsummenrenditen erzielt. Der Ertrag der ATL hängt auch vom Marktwert der verwalteten Vermögen ab. Das Unternehmen verzeichnete in den ersten sechs Monaten 2014 einen Anstieg des verwalteten Vermögens auf 543 Mio Euro von 526,1 Mio Euro am Jahresende 2013. Dieser wirkt sich positiv auf die zukünftigen Ertragsaussichten aus.

Die ATL ist einem nur begrenzten unmittelbaren Kapitalanlagerisiko ausgesetzt, weil das Risiko rückläufiger Aktienmärkte von Versicherungsnehmern sowie externen Garantiegebern getragen wird. Das verbleibende Sterblichkeits- und Berufsunfähigkeitsrisiko ist weitgehend rückversichert.

Das Ergebins der ATL in Fitch’s PrismFBM Kapitalmodell war „extrem stark“ am Jahresende 2013. Diese Sicht spiegelt sich auch in der aufsichtsrechtlichen Solvenzquote des Unternehmens von 236 Prozent zum Halbjahresende 2014 (Jahresende 2013: 214 Prozent) wider. Fitch erwartet, dass die ATL ein hohes Solvabilitätsniveau beibehalten wird, davon ausgehend, dass die ATL auch in Zukunft keine allzu hohe Dividende an ihre Eigentümer FWU AG und VHV abführt. Die Qualität des vergügbaren Kapitals ist ebensfalls gut, da die ATL nicht auf Nachranganleihen angewiesen ist. Die Eigentümer der ATL haben sich 2014 entschieden, Gewinnrücklagen und Gewinnvortrag von insgesamt 14,9 Mio. Euro in Stammkapital zu überführen. Fitch sieht diesen Schritt als positiv an, da er die Qualität des Kapitals der ATL durch die Reduzierung des ausschütbaren Anteils erhöht.

Die ATL vereinnahmte in den ersten neun Monaten 2014 gebuchte Bruttobeiträge in Höhe von 99,9 Mio. Euro (erste neun Monate 2013: 96,1 Mio. Euro) und zeichnete im Neugeschäft eine Beitragssumme von 471,1 Mio. Euro (erste neune Monate 2013: 439,0 Mio. Euro). Die ATL konnte 2013 ihr Neugeschäft um 8% steigern, während der deutsche Lebensversicherungsmarkt einen Rückgang von 11,6% hinnehmen musste. Hier zeigt sich, dass die geographische Diversifikation von Vorteil für die ATL ist.

Die in Luxemburg ansässige ATL vertreibt sowohl fondsgebundene als auch klassische Renten- und Lebensversicherungen in Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien. Die ATL hatte eine Bilanzsumme von 632,5 Mio Euro zum Halbjahresende 2014 und wird von der FWU AG (74,9 Prozent) und der VHV (25,1 Prozent), einer mittelgroßen deutschen Versicherungsgruppe, gehalten. Die FWU AG ist Eigentum von Management Forum International GmbH, München (10%), eine Holdinggesellschaft der Familie Dres. Dirrheimer, Herrn Dr. Manfred Dirrheimer (85%) und der Swiss Re Europe S.A. (5%).

RATING SENSITIVITÄTEN

Fitch sieht eine Heraufstufung des Ratings mittelfristig aufgrund der relativ kleinen Unternehmensgröße als unwahrscheinlich an. Schlüsselfaktoren, die längerfristig zu einer Heraufstufung des Ratings führen können, umfassen wesentliche_Verbesserungen in der Marktstellung sowie der Größe des Unternehmens als auch nachhaltige Stabilität in der Prämienentwicklung unter Beibehaltung der starken Kapitalausstattung.

Ein signifikanter und nachhaltiger Rückgang der Rentabilität ausgedrückt in einer Bilanzsummenrendite von weniger als 0,4% über einen längeren Zeitraum, könnten zu einer Herabstufung führen. Außerdem kann ein Anstieg der TFC-Ratio auf über 2,5x zu einer Herabstufung führen.