Betriebshaftpflichtversicherung – überflüssig oder unentbehrlich für Unternehmen?

Ein Gastbeitrag von Bastian Michel

Es gehört zu den Alltagsweisheiten, dass man nachher immer klüger ist. Dieses „Nachher“ kann bei einem Unternehmen der nicht versicherte Haftungsfall sein. Und der kann nach deutschem Recht den gesamten Betrieb in den wirtschaftlichen Abgrund reißen. Denn werden durch betriebliches Handeln Menschen, Sachen oder Vermögen nachweislich geschädigt, so muss das verursachende Unternehmen Schadensersatz leisten. Unbegrenzt im Übrigen, das BGB setzt in § 823 keine Grenzen nach oben. Dies kann im Extremfall die Firma und ggf. seinen Inhaber in den Ruin treiben, wenn die Schadensersatzsummen in die Hunderttausende Euro gehen.

Die Betriebshaftpflichtversicherung (BHV) schützt Unternehmen und Unternehmer vor solchen negativen Konsequenzen. Die BHV ist somit ein wichtiger Bestandteil eines zukunftorientierten betrieblichen Risikomanagements.

Die BHV als unentbehrlicher Risikoschutz

Für langjährige Unternehmer steht außer Frage, dass die BHV ihr Unternehmen, ihre Mitarbeiter und sie selbst auch im Schadensfall vor existenzgefährdenden Schadensersatzansprüchen Dritter schützt. Aus Erfahrung wissen sie, dass ein Schadensfall mit Haftungsansprüchen der Geschädigten im betrieblichen Alltag schnell geschehen kann. Und dass besonders Personen- und Umweltschäden Kosten verursachen, die die finanzielle Leistungsfähigkeit eines mittelständischen Unternehmens überfordern.

Die BHV – wichtig auch für Start-up-Unternehmen

Jedes Unternehmen hat Schadensersatzrisiken. Das gilt nicht nur für produzierende, verarbeitende oder handwerkliche Betriebe. Auch Beratungs- und IT-Unternehmen können von extrem kostspieligen Haftungsfällen in ihrer Existenz bedroht werden. Dennoch werden diese Risiken von vielen Existenzgründern und Start-up-Unternehmen unterschätzt. Aus nachvollziehbaren Gründen schauen Unternehmer und auch Freiberufler in der Startphase auf eine möglichst schmale Kostenstruktur. Dieses an sich vernünftige betriebswirtschaftliche Denken negiert jedoch vorhandene Haftungsrisiken. Dabei bietet die BHV dem versicherten Unternehmen sehr viel Schutzleistung zu moderaten Kosten. Zudem verlangt der Gesetzgeber nur von einigen Berufsgruppen, wie zum Beispiel Ärzten, den Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung oder Vermögensschadenhaftpflicht schon bei Aufnahme der Tätigkeit.

Die BHV: Viel Leistung im Schadensfall

Die BHV bietet dem versicherten Unternehmen faktisch einen doppelten Versicherungsschutz: Wird der Betrieb mit einer Schadensersatzforderung konfrontiert, so übernimmt die BHV den gesamten Bearbeitungsaufwand und entlastet damit die betriebliche Verwaltung. Sie überprüft voll umfänglich die Rechtmäßigkeit der angemeldeten Ansprüche Dritter. Nach der Prüfphase erkennt sie die Schadensersatzansprüche in der festgestellten Höhe entweder an oder lehnt sie ab. Hält sie die Ansprüche für berechtigt, so leistet sie Zahlungen an den Geschädigten bis maximal zur Höhe der Versicherungssumme. Lehnt sie die Ansprüche nach der rechtlichen Prüfung als unberechtigt ab, so übernimmt die BHV ebenfalls die Kosten für einen möglicherweise nachfolgenden Rechtsstreit.

Die BHV gehört in jedes Versicherungsportfolio

Die BHV bietet dem versicherten Betrieb nicht nur den finanziellen Schutz einer Haftpflichtversicherung, sie fungiert auch als quasi passive Rechtsschutzversicherung. Damit gehört sie nicht nur zu den absolut notwendigen Basisversicherungen für alle Unternehmen. Die BHV zählt wegen ihrer großen Leistungsbreite auch zu den Versicherungen mit einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis!

Anmerkung des Autors: In einer früheren Version des Textes wurde die Abkürzung „BHV“ missverständlich eingesetzt, so dass nicht klar war, ob „BHV“ für Betriebshaftpflichtversicherung oder für Berufshaftpflichtversicherung steht. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten dies zu entschuldigen. 


Über den Autor:

Bastian Michel

Bastian Michel

Bastian Michel berät mit seinen Kollegen seit mehr als 10 Jahren Unternehmer in Versicherungsfragen. Mit den Seiten www.betriebshaftpflicht-vergleich.biz und www.sigun.de hilft er Selbstständigen Haftungsrisiken, die durch Ihre unternehmerische Tätigkeit entstehen, zu minimieren.

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ein Fachmann sollte schon die Unterschiede zur Berufshaftpflicht und Vermögensschadenhaftpflicht kennen.

    • Sehr geehrter Herr Daffner,

      Sie haben mal wieder bewiesen: das Tagesbriefing hat die aufmerksamsten Leser. Herr Michel hat den mißverständlichen Passus in seinem Artikel nun entsprechend bearbeitet, siehe auch seine Anmerkung unter dem Text. Herzlichen Dank für Ihren Tipp!

  2. Hallo Herr Daffner,

    ich geben Ihnen vollkommen Recht, dass man als Fachmann über sein „Fachgebiet“ Bescheid wissen sollte. Wir beschäftigen uns seit 10 Jahren mit nichts Anderem. Welcher Teil sorgt denn hier für Verwirrung?

    MfG Bastian Michel

  3. Ergänzung:

    Ich glaube jetzt zu wissen, welchen Teil Sie meinen. Es geht sicherlich um die Berufshaftpflichtversicherung für Ärzte. Der Einsatz des Kürzels „BHV“ habe ich in diesem Zusammenhang unglücklich eingesetzt. Eine überarbeitete Version sollte demnächst online gehen.

    Ein Unterschied zwischen Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherung besteht im Schutz bei Vermögensschäden. Hierzu haben wir ein Video auf unseren Youtubekanal hochgeladen. Dieses sollte zwar erst in zwei Wochen online gehen, aber in Anbetracht der Verwirrung, hielt ich es für sinnvoll die Veröffentlichung vorzuziehen.

    Hier gehts zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=yoghY5r8ohY

  4. Mag ja sein, das ich etwas überlesen habe, aber in der Überschrift steht Betriebshaftpflicht, um was sollte es bei der Abkürzung BHV sonst gehen?

  5. @ Herrn Michel „Ein Unterschied zwischen Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherung besteht im Schutz bei Vermögensschäden. “
    Verstehe ich nicht! Wo ist der Unterschied bei den Vermögensschäden bei einer Berufshaftpflicht eines Arztes im Vergleich zu der Betriebshaftpflicht eines Handwerkers?

    Geht es bei der Bezeichnung Berufshaftpflicht nicht eher darum, dass Freiberufler in der Regel eine Berufshaftpflicht haben und Gewerbetriebe eine Betriebshaftpflicht? Wobei auch das nicht immer stimmt. Auch der selbständige Stbr. oder der RA hat eine Betriebshaftpflicht. Sollte sie auf jeden Fall haben, für den Bereich Personen-Sach-und Vermögensschäden aus dem Tätigkeitsbereich Bürobetrieb! Das ergänzend eine reine VH-Deckung notwendig ist versteht sich glaube ich von selbst.

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