Nachhaltige Geldanlage: Natürlich geht das – große Chancen für Vermittler!

 

Ethische und ökologische Anlagen bringen die gleiche Rendite und sind oft risikoärmer. Dennoch zögern viele Vermittler, dieses spannende Thema aufzugreifen.

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Ein Gastbeitrag von Henning Schmidt

Die gute Nachricht gleich zu Anfang: Es geht! Jeder kann heutzutage sein Geld so anlegen, dass eine ansprechende Rendite erzielt und zugleich ökologische und sozial-ethische Aspekte umfassend berücksichtigt werden. Fest steht inzwischen, dass nachhaltige Geldanlagen mindestens die gleiche Rendite erwirtschaften wie konventionelle. Einige Studien legen zudem nahe, dass sie sich sogar etwas besser rentieren bzw. ein leicht geringeres Risiko aufweisen. Da sie aber in jedem Fall eine Mehrrendite für Umwelt- und soziale Belange mitbringen, eignen sie sich hervorragend für einen zukunftsträchtigen Umgang mit den eigenen Finanzen.

Wer allerdings in der Breite noch zögert, das Thema aufzugreifen, ist die Vermittlerschaft. Banken, Versicherungen und Vertriebe folgen im Regelfall fertigen Prozessen und nutzen oftmals nicht die volle Angebotspalette. Und für viele freie Vermittler erschließt sich das Thema nicht auf den ersten Blick. Zwar dürften die meisten inzwischen einen grundlegenden Begriff davon haben, was Nachhaltigkeit bedeutet – doch tieferes Wissen muss bei vielen erst noch erworben werden.

Wissensaufbau per Fernstudium

Dafür eignet sich z.B. der Studiengang des ecoanlageberater ®, der als Fernstudium straff organisiert ist und dennoch einen sehr umfassenden Einblick in die Materie gibt. Hier wird auch deutlich, wie sich glaubwürdige Anlagelösungen von weniger klaren Lösungen unterscheiden. Spezialisierte Ratinginstitute wie oekom reasearch oder imug liefern die Rohdaten, indem sie Unternehmen und auch Staaten auf ihre Nachhaltigkeit hin überprüfen. Ihre Nachhaltigkeitsratings sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil für die Entwicklung entsprechender Anlagelösungen geworden.

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Für die Untersuchung von Unternehmen ziehen sie Daten von Kunden, Lieferanten, Gewerkschaften, Wettbewerbern, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen sowie Branchenverbänden und Forschungsinstituten heran. Dazu befragen sie das Unternehmen selbst, analysieren das Management, die Produkte des Unternehmens und die quantitativen Kennzahlen. So wird sichergestellt, dass Umwelt- und Sozialmaßnahmen mit dem Kerngeschäft verbunden und keine Parallel- oder Korrekturmaßnahmen sind. Wenn das Geschäftsmodell in Gänze aus Nachhaltigkeitssicht überdacht und weiterentwickelt worden ist, sind die Chancen groß, dass das entsprechende Unternehmen zum Zielinvestment für Nachhaltigkeitsanleger wird.

Chancengleichheit, Bildung und Energieverbrauch als Kriterien

Ähnlich sieht die Analyse bei Staaten aus. Menschen- und Arbeitsrechte, Umwelt- und Sozialpolitik sowie Kategorien wie Chancengleichheit von Geschlechtern und Ethnien, Bildungs- und Gesundheitssystem aber auch Energieverbrauch und Recyclingquote werden betrachtet, um festzustellen, in welche Staatsanleihen Nachhaltigkeitsanleger investieren können. Die Ratingspezialisten von der imug haben hier 2007 vorgeführt, wie eine solche Analyse risikomindernd wirken kann. Aufgrund der Verletzung diverser sozial-ethischer und ökologischer Kriterien haben sie damals von einer Investition in griechische Staatsanleihen abgeraten. Und nicht zuletzt bewiesen, dass Nachhaltigkeitskriterien ein wichtiges Indiz auch für die finanzielle Solidität von Staaten sind.

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Die wesentlichen Anlageklassen – Staatsanleihen und damit der Zinsmarkt sowie Unternehmensbeteiligungen und Aktien – sind nachhaltig abbildbar. Gleiches gilt auch für Immobilien. Investitionen in energieeffiziente „grüne Gebäude“ bieten sich hier an, ebenso natürlich auch solche in die eigenen vier Wände.

Der Anleger entscheidet, was er möchte – und was nicht

Im nächsten Schritt ist es dann an Kapitalanlagegesellschaften und Banken, aus diesen Ergebnissen fertige Anlagelösungen zu entwickeln. Vom Banksparplan über die Altersvorsorge und Riesterrente bis hin zu Investmentfonds und Direktinvestitionen bietet sich für den Anleger eine umfassende Palette für seine Ansprüche. Dabei kann er selber definieren, was er auf jeden Fall nicht möchte – mithilfe sogenannter Negativkriterien. So lassen sich z.B. Atomenergie, Rüstung/Kriegswaffen, Kinderarbeit, grüne Gentechnik, Agrochemie, Nahrungsmittelspekulationen u.a. Dinge ausschließen. Auf der anderen Seite können aber auch Positivkriterien für die Anlage bzw. Altersvorsorge definiert werden, und Anlagen in Ökoeffizienz, Stärkung von Recycling, erneuerbare Energien o.a. ausgewählt werden.

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Immer mehr Anbieter wie die Stuttgarter Versicherung oder der Volkswohlbund folgen mit ihren speziellen „grünen“ Angeboten Pionieren wie OecoCapital oder Oekoworld. Hinzu kommen unzählige Anbieter von Fondspolicen, die inzwischen Nachhaltigkeitsfonds mit anbieten. Daneben hat sich ein differenziertes Beteiligungsangebot entwickelt.

60 Prozent der Deutschen wollen nachhaltige Geldanlagen

Doch nicht nur eine umfassende Angebotspalette ist da, auch die Nachfrage ist – theoretisch – groß. In Umfragen geben bis zu 60 Prozent der Deutschen an, dass ihnen die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit bei ihren Geldfragen wichtig ist. Weitere 30 Prozent könnten sich hier Investitionen vorstellen, wenn sie keine Renditenachteile davon haben. Für interessierte Vermittler, die sich in das Thema einarbeiten wollen, bietet sich also ein riesiges Potenzial. Und noch wären sie in vielen Regionen Pioniere und können sich im Wettbewerbsumfeld deutlich positiv absetzen. Nicht wenige Nachhaltigkeitsspezialisten berichten von einem Reputationsgewinn alleine durch ihre Neuausrichtung.


Über den Autor:

Henning Schmidt

Henning Schmidt

Henning Schmidt, Jahrgang 1976, ist seit 10 Jahren als Berater tätig. Der gelernte Diplom-Sozialwissenschaftler und ecoanlageberater ® hat sich 2011 auf das Thema Nachhaltigkeit spezialisiert. Neben eigenen Mandanten steht er dabei auch Beratern aus seiner Region zur Seite. Unter www.fairanleger.de betreibt er einen eigenen Blog (nicht nur) zum Thema Nachhaltigkeit.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Wenn Recycling als Positivkriterium im Mittelpunkt steht, sollte man wohl auch davon ausgehen, daß der Zweitmarkt für Lebensversicherungen als ideales Anlageobjekt künftig an Bedeutung gewinnen wird, oder wie sehen Sie das?

    • Sehr geehrter Herr Wühle, ich sehe nicht, dass eine Zweitmarkt-LV per se etwas mit Nachhaltigkeit zu tun hat…

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