Bafin kritisiert weiter Effektivkosten bei Lebensversicherungen

Die Bafin hat neue Ergebnisse zum Kundennutzen in der Lebensversicherung veröffentlicht und nimmt damit erneut fondsgebundene und hybride Versicherungsanlageprodukte ins Visier. Nicht erfasst sind bAV-Produkte sowie Riester- und Basisrenten.

Effektivkosten sinken – aber nicht überall

Bei den Effektivkosten sieht die Bafin Fortschritte. Der „wichtige Indikator für den Kundennutzen“ sei gegenüber 2021 substanziell gesunken. Grundlage ist eine Datenerhebung bei 54 Lebensversicherern. Besonders bei hybriden und fondsgebundenen Produkten mit regulärem Vertragsende zeigt sich Bewegung: Im teuersten Marktviertel sanken die Effektivkosten bei 30-jähriger Laufzeit – auch wegen des stärkeren Einsatzes günstiger Indexfonds. Doch einzelne Produkte lagen weiter über drei Prozent; bei klassischen Produkten mit Zinsgarantie blieb laut Bafin kaum Dynamik.

Vorzeitiger Ausstieg verteuert die Police spürbar

Kritisch bleibt der frühe Vertragsausstieg: Bei 30-jährigen Produkten beendet häufig etwa die Hälfte der Kunden den Vertrag bereits nach 15 Jahren. Dann werden Abschlusskosten zum Renditeballast, weil sie meist zu Laufzeitbeginn anfallen. Im teuersten Marktviertel liegen die Effektivkosten fondsgebundener und hybrider Produkte nach 15 Jahren laut Bafin bei etwa 3,2 Prozent – meist ein bis 1,5 Prozentpunkte mehr als bei regulärem Ende. Höhere Kosten würden nur selten durch höhere Renditen nach Kosten ausgeglichen

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