Interlloyd richtet Wohngebäudeversicherung für Hausverwalter neu aus

Die Arag-Tochter Interlloyd stellt ihr spezielles Wohngebäude-Deckungskonzept für Hausverwalter aktuell grundlegend auf den Prüfstand. Das bestätigte die Arag gegenüber procontra auf Nachfrage. Ziel sei eine „nachhaltige Weiterentwicklung des Geschäfts sowie eine noch stärkere Fokussierung auf profitables und hochwertiges Wachstum“, erklärte ein Arag-Sprecher. Hinter der nüchternen Formulierung steckt ein Thema, das die Wohngebäudeversicherung seit Jahren belastet: steigende Schadenaufwendungen, höhere Baukosten, Inflation und Immobilienpreise, die die Kalkulation vieler Bestände unter Druck setzen. Gerade bei größeren Immobilienbeständen, wie sie über Hausverwalter organisiert werden, kann aus einem lange attraktiven Geschäftsfeld schnell ein Sanierungsfall werden.

Bestände aller Vertriebspartner werden geprüft

Das Deckungskonzept für Hausverwalter bietet Interlloyd nach eigenen Angaben bereits seit längerer Zeit über eine höhere zweistellige Zahl an Vertriebspartnern an. Laut Arag wurden in der Vergangenheit wiederholt Maßnahmen ergriffen, um die Rentabilität dieses Geschäftsbereichs zu verbessern. Nun geht der Versicherer offenbar einen Schritt weiter: Die Bestände aller Vertriebspartner sollen individuell überprüft werden. Pauschale Eingriffe bei Leistungen oder Beiträgen soll es nach Darstellung der Arag nicht geben. Stattdessen erfolge die Neuausrichtung im direkten Austausch mit den jeweiligen Vertriebspartnern und auf Basis der Entwicklung der einzelnen Versicherungsverträge. Das klingt nach Feinarbeit statt Rasenmähermethode – dürfte für betroffene Partner aber dennoch spürbar werden.

Kündigungen bleiben offen

Ob die Neuausrichtung auch Kündigungen besonders schadenträchtiger Verträge umfasst, ließ die Arag gegenüber procontra unbeantwortet. Ebenso machte das Unternehmen keine Angaben dazu, welche Combined Ratio der Bestand künftig erreichen soll oder wie profitabel das Geschäft derzeit tatsächlich ist; aus Wettbewerbsgründen wolle man dazu keine Zahlen nennen. Klar ist damit vor allem: Interlloyd will das Hausverwalter-Geschäft in der Wohngebäudeversicherung nicht aufgeben, aber schärfer kalkulieren. Für Vermittler und Hausverwalter bedeutet das eine neue Phase der Bestandsprüfung – weniger Standard, mehr Einzelfall.

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