Kfz- und Wohngebäudeversicherung 2025 wieder profitabel – Assekurata warnt vor Entwarnung

Die deutschen Schaden- und Unfallversicherer haben 2025 in den Sparten Kfz und verbundene Wohngebäude wieder versicherungstechnische Gewinne erzielt – doch die aktuelle Analyse der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH zum „Marktausblick zur Schaden/Unfallversicherung 2026“ zeigt zugleich: Von echter Entspannung kann noch keine Rede sein. Die Beitragseinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung stiegen laut Assekurata gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent auf 99,7 Milliarden Euro und damit stärker als die Versicherungswirtschaft insgesamt, die um 6,6 Prozent auf 253,6 Milliarden Euro zulegte. Der Aufschwung hat allerdings einen Haken: Er ist nach Einschätzung der Analysten vor allem nominal getrieben. „Höhere Beiträge spiegeln in vielen Bereichen weniger eine Ausweitung des versicherten Bestands wider. Sie sind vielmehr vor allem eine Reaktion auf gestiegene Schaden- und Kostenrisiken“, sagt Dennis Wittkamp, Fachkoordinator Schaden- und Unfallversicherung bei Assekurata. Anders gesagt: Mehr Prämie bedeutet nicht automatisch mehr Geschäft – häufig ist sie die Antwort auf teurere Schäden, höhere Reparaturkosten und ein Kostenfundament, das in den vergangenen Jahren deutlich schwerer geworden ist.

Kfz-Versicherung schafft Turnaround – Naturgefahrenjahr hilft mit

In der Kfz-Versicherung gelang 2025 erstmals seit 2021 wieder der Sprung in die versicherungstechnische Gewinnzone. Die Beitragseinnahmen stiegen laut Assekurata um 13,4 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro, nachdem sie bereits 2024 um 11,1 Prozent zugelegt hatten. Die Combined Ratio sank auf 96 Prozent; 2024 hatte sie noch bei 104,0 Prozent gelegen, 2023 sogar bei 111,3 Prozent – damals verlor die Branche rechnerisch rund elf Cent je Beitragseuro. Wittkamp ordnet die Entwicklung klar ein: „Die fühlbaren Prämienanpassungen waren angesichts der vorherigen Verluste und der hohen Schadeninflation notwendig.“ Die Branche habe damit einen Teil der Kostensteigerungen nachgeholt, die sich insbesondere bei Ersatzteilen, Werkstattlöhnen und Fahrzeugtechnik aufgebaut hätten. Gleichzeitig bleibt die Rechnung fragil: Die Leistungsausgaben der Kraftfahrtversicherer stiegen 2025 weiter von 30,8 Milliarden Euro auf 32,0 Milliarden Euro. Dass das Ergebnis trotzdem besser ausfiel, lag auch am Wetter. Naturgefahrenschäden in der Kfz-Versicherung sanken laut Analyse von rund 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf etwa 650 Millionen Euro im Jahr 2025 – ein Wert deutlich unter dem üblichen Schadendurchschnitt. Wittkamp warnt deshalb davor, den Turnaround als Startsignal für aggressiven Preiswettbewerb zu missverstehen: Wer zu früh wieder Rabatte verteilt, könnte den mühsam erreichten Ergebniseffekt schnell abschmelzen lassen.

Wohngebäude bleibt Kostentreiber – 2026 wächst der Markt langsamer

Auch die verbundene Wohngebäudeversicherung schrieb 2025 wieder deutlich profitabel. Die Beitragseinnahmen stiegen laut Assekurata um 7,5 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro, während die Leistungsausgaben von 9,5 Milliarden auf 8,7 Milliarden Euro zurückgingen. Die Combined Ratio verbesserte sich nach 103,3 Prozent im Jahr 2023 und 99,8 Prozent im Jahr 2024 auf 90 Prozent. Doch auch hier sorgte das schadensarme Naturgefahrenjahr eher für Rückenwind als für strukturelle Entwarnung. Hohe Baupreise, steigende Handwerkerkosten, alternde Gebäudebestände sowie höhere Anforderungen an Wiederherstellung und Sanierung drücken weiter auf die Kalkulation. „Die Wohngebäudeversicherung ist nicht allein ein Naturgefahrenthema“, sagt Wittkamp. Auch Leitungswasser-, Feuer- und Sturmschäden träfen heute auf ein deutlich höheres Kostenniveau als vor einigen Jahren. In der Sachversicherung lagen die Naturgefahrenschäden 2025 laut Assekurata bei rund 1,4 Milliarden Euro nach 4,4 Milliarden Euro im Vorjahr; langfristig bleiben Elementarschäden jedoch ein relevantes Kumulrisiko. Für 2026 erwartet Assekurata Beitragszuwächse in der Schaden- und Unfallversicherung von 3,5 bis fünf Prozent – weniger Dynamik als 2025, getragen vor allem von Preis- und Summenanpassungen. Die Branche steht stabiler da als vor einem Jahr. Aber stabil ist nicht sorglos: Preisdisziplin, Risikoselektion, Prävention und Kapitalstärke bleiben entscheidend, zumal die Schadenaufwendungen laut Assekurata von 69,4 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 80,5 Milliarden Euro im Jahr 2030 steigen könnten.

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