Geopolitische Spannungen, volatile Kapitalmärkte und eine neue Weltordnung: Anleger müssen sich laut Dr. Hans-Jörg Naumer, Director Capital Markets & Thematic Research bei Allianz Global Investors, auf dauerhaft unruhigere Zeiten einstellen. In seiner aktuellen Kolumne verweist der Kapitalmarktexperte auf eine „tektonische Verschiebung“ von einer unipolaren zu einer multipolaren Welt – mit spürbaren Folgen für Investmentstrategien. Doch Stillstand sei keine Option. Im Gegenteil: Gerade jetzt gelte es, Kapital gezielt zu allokieren und langfristige Strategien beizubehalten, so Naumer.
Multi-Asset, Dividenden und Risikoprämien: Stabilität durch Struktur
Naumer setzt auf fünf zentrale Ansätze: Erstens Multi-Asset-Strategien, die kurzfristige Marktschwankungen abfedern und langfristige Ziele sichern sollen. Zweitens Dividendenstrategien, die laut AllianzGI-Dividendenstudie weniger volatil sind als der Gesamtmarkt und eine stabile Ertragskomponente bieten. Drittens regelmäßige Kapitaleinkommen – etwa durch Dividenden oder Kupons –, die Anleger unabhängiger von Kursschwankungen machen. Viertens: die bewusste Akzeptanz von Risiko. Denn: Rendite ohne Risiko bleibt eine Illusion. Oder anders formuliert: Wer Sicherheit sucht, verzichtet oft auf Ertrag – wer Rendite will, muss Schwankungen aushalten.
Sparpläne als Konstante im Marktchaos
Fünftens hebt Naumer Sparpläne hervor – ein Instrument, das unabhängig von geopolitischen Entwicklungen funktioniert. Ob Ölpreis-Schock oder Handelskonflikt: Der Cost-Average-Effekt bleibt bestehen. Die Botschaft ist klar und zugleich einleuchtend: In einem Umfeld wachsender Unsicherheit sind es nicht kurzfristige Reaktionen, sondern strukturierte, langfristige Strategien, die den Unterschied machen.
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