Basisrente für Gutverdiener: Unterschätztes Steuersparmodell gewinnt an Bedeutung

Die Basisrente entwickelt sich aktuell vom klassischen Selbstständigen-Produkt hin zu einer relevanten Option für angestellte Gutverdiener – darauf weisen Thomas Buchholz, Investmentexperte bei LV 1871, und Georg Geodeckemeyer vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hin. Während Buchholz betont, dass insbesondere steuerliche Vorteile den Ausschlag geben, sieht Geodeckemeyer ein Kommunikationsproblem: „Der Funke ist noch nicht so ganz übergesprungen“, sagt er. Die Antithese ist offensichtlich: hohe steuerliche Effizienz auf der einen Seite, geringe Wahrnehmung in der Beratung auf der anderen. Dabei beschreibt das IVFP die Basisrente seit Jahren als „staatlich geförderte Wertpapierinvestition“ – ein Hinweis darauf, dass sich hinter der vermeintlichen Komplexität ein flexibles und renditeorientiertes Vorsorgeinstrument verbirgt, das in der Praxis noch nicht die Aufmerksamkeit erhält, die es verdient.

Steuervorteile und Tarifvielfalt: Chancen mit Einschränkungen

Im Markt kursieren laut Vermittlern deutliche Aussagen – wenn auch häufig nur hinter vorgehaltener Hand: Für Gutverdiener sei die Basisrente ein „Super-Steuerspar-Modell“. Die Zurückhaltung in der aktiven Ansprache könnte damit zusammenhängen, dass die Förderung ursprünglich gezielt für Selbstständige konzipiert wurde. Faktisch profitieren jedoch alle Einkommensgruppen – auch Beamte – von den steuerlichen Effekten, da Beiträge als Sonderausgaben absetzbar sind und die Besteuerung in die Rentenphase verschoben wird. Ein Rechenbeispiel der Finanzberatung Financedoor verdeutlicht dies: Bei einem zu versteuernden Einkommen von 62.375 Euro ergibt sich ein zusätzlicher absetzbarer Beitrag zur Basisrente von 16.252,65 Euro. Gleichzeitig zeigt das IVFP-Rating von 96 Tarifen bei 34 Anbietern: Die Produktlandschaft ist differenziert. Rendite (40 Prozent Gewichtung), Flexibilität sowie Unternehmensqualität und Service (je 25 Prozent) entscheiden über die Bewertung. Die Folge: ein breites Spektrum an Lösungen – von standardisierten Konzepten bis hin zu hochindividuellen Tarifen.

Kapitalmarktnähe im Fokus: Zwischen Komfort und Eigensteuerung

Die Nachfrage verschiebt sich zunehmend in Richtung kapitalmarktnaher Lösungen, wie mehrere Versicherer bestätigen. Besonders gefragt sind fondsgebundene Basisrenten ohne klassische Garantien – ein Trend, der nicht für Jubelsprünge bei traditionellen Sicherheitskonzepten sorgt, aber die Renditechancen erhöht. Laut IVFP differenziert sich der Markt in Comfort-Modelle mit gemanagten Portfolios und flexible Tarife mit aktiver Fondssteuerung. Beispiele wie Axa Relax BasisRente Comfort Plus oder KomfortDynamik der Allianz zeigen: Verwaltungskosten auf ETF-Niveau treffen auf Sicherungsvermögen mit einer Gesamtverzinsung von 3,8 Prozent (Allianz-Angabe). Gleichzeitig gewinnen flexible Lösungen wie Allianz InvestFlex, LV 1871 MeinPlan oder HDI CleverInvest an Bedeutung, die individuelle Anpassungen – von Fondsallokation bis Rentenbeginn – ermöglichen. Fazit: Die Basisrente ist kein starres Produkt, sondern ein dynamisches Instrument. Für Makler bedeutet das: weniger Vorurteil, mehr Analyse – denn gerade im Detail entscheidet sich, ob aus steuerlichem Potenzial echte Altersvorsorge wird.

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