PKV unter Druck: Kostenanstieg und schwache Renditen prägen 2026

Die finanzielle Lage der privaten Krankenversicherung (PKV) bleibt angespannt: Laut einer aktuellen Analyse von Metzler Ratings für das Geschäftsjahr 2024 belasten steigende Gesundheitskosten, Inflation und ein volatiles Zinsumfeld die Branche. Der Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. hatte bereits für 2026 Beitragsanpassungen von durchschnittlich rund 13 % angekündigt – etwa 60 % der Versicherten sind betroffen. Untersucht wurden die 25 größten Anbieter am Markt, ein Querschnitt mit Signalwirkung.

Kapitalmarkt und stille Lasten: Rückgang mit Risiko

Die Stillen Lasten sanken bis Ende 2024 von 10,73 auf 8,73 Milliarden Euro, was laut Dr. Marco Metzler durchschnittlich 2,3 % der Kapitalanlagen entspricht. Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Spreizung: Während etwa die Allianz stille Reserven aufbauen konnte, weisen Anbieter wie Gothaer, Hallesche oder AXA weiterhin erhöhte Lasten auf. Hintergrund ist die Kapitalanlage der Altersrückstellungen – ein zentrales Element der PKV. Durch geopolitische Spannungen und steigende Zinsen könnten die Stillen Lasten laut Metzler wieder auf rund 12 Milliarden Euro steigen.

Nettorendite unter Druck: Kapitalerhalt fraglich

Die Nettorendite lag 2024 im Schnitt bei nur 2,64 %. Anbieter wie Inter (3,9 %) und Allianz (3,6 %) schneiden besser ab, während Union (1,9 %) und andere deutlich zurückliegen. „Solche geringe Anlagerenditen reichen nicht mal für den Kapitalerhalt“, so Metzler. Trotz dieser Entwicklung bewertet er die Lage als „nicht rosig“, aber auch nicht existenzbedrohend – ein vorsichtiges Fazit in einem zunehmend herausfordernden Umfeld.

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