Cyber-Versicherungen: Wachstum schwächt sich ab
Das Geschäft mit Cyber-Versicherungen in Deutschland hat 2024 deutlich an Dynamik verloren: Wie die Finanzaufsicht Bafin am Mittwoch mitteilte, wuchsen die Bruttobeiträge im selbst abgeschlossenen Geschäft nur noch um 13 Prozent (2023: zehn Prozent). Insgesamt erreichten sie 807 Millionen Euro, inklusive Zusatzdeckungen 932 Millionen Euro. Damit bestätigt sich ein klarer Trend: Nach den Boomjahren 2021 und 2022 mit Wachstumsraten von 66 und 56 Prozent hat sich das Tempo spürbar reduziert.
Markt kühlt ab: Sättigung trifft Preisdruck
Im Rückversicherungsgeschäft gingen die Bruttobeiträge laut Bafin sogar um 26 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro zurück. Als Gründe nennt die Behörde eine zunehmende Marktsättigung sowie sinkende Preise, da Rückversicherer mehr Geschäft zeichnen. Für die Erhebung wurden 179 Erstversicherer, 28 Rückversicherer und 15 ausländische Niederlassungen befragt; 66 Erst- und 25 Rückversicherer bieten Cyber-Policen an.
Risiko bleibt: Fokus auf KMU statt Großindustrie
Gleichzeitig bleibt das Risikopotenzial hoch. Die Bafin verweist auf mögliche Kumulschäden durch großflächige Cyberangriffe, die einzelne Versicherer überfordern könnten. Entsprechend vorsichtig agiert die Branche: Große Risiken werden gemieden oder geteilt. Sichtbar wird das auch im Kundenmix: Der Anteil kleiner und mittelständischer Unternehmen stieg laut Bafin bis 2024 auf 25 Prozent (zuvor 15 Prozent), während die Industrie auf 75 Prozent zurückfiel.
