Huk-Coburg: Mit Personalzuwachs gegen hohe Kfz-Schadenkosten
Die Kfz-Versicherung bleibt 2025 angespannt: Wie Huk-Coburg auf ihrer Bilanzkonferenz mitteilte, treiben vor allem Ersatzteilpreise und Werkstattkosten die Schadenaufwendungen. Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann verwies laut eigenen Angaben auf ein „sehr moderates Elementarschadenjahr“ als Entlastungsfaktor – strukturell bleibt der Druck jedoch hoch. Nach Verlustjahren 2023 (Combined Ratio über 110 Prozent) und 2024 (101,7 Prozent) erreichte die Kfz-Sparte 2025 wieder 96,2 Prozent. Das Vorsteuerergebnis stieg laut Unternehmen deutlich von 541 auf 992 Millionen Euro.
Kostenkontrolle im Fokus: Werkstattbindung, Ersatzteile und KI
Zur Steuerung der Schadenkosten setzt die Huk-Coburg auf bekannte Hebel: höhere Prämien, aber auch effizientere Prozesse. Rund 60 Prozent der Kunden nutzen laut Komposit-Vorstand Jörg Rheinländer Tarife mit Werkstattbindung. Gleichzeitig gewinnen günstigere Ident-Ersatzteile an Bedeutung – insbesondere bei Glasschäden bereits etabliert, perspektivisch breiter einsetzbar. Ergänzend plant der Versicherer einen KI-Bot zur Bearbeitung von Hagelschäden, um Abläufe zu beschleunigen und Kosten zu reduzieren.
Personalstrategie im Wandel: Wachstum trotz Automatisierung
Anders als etwa Ergo setzt die Huk-Coburg nicht auf Stellenabbau: Rund 200 neue Jobs wurden laut Unternehmensangaben geschaffen, vor allem im Schadenservice. Heitmann betonte eine „stabile Belegschaftsperspektive“, KI diene primär der Effizienzsteigerung. Parallel starten Tarifverhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband und Verdi, bei denen auch KI-Einsatz thematisiert wird. Trotz gestiegener Prämien wuchs der Bestand auf 14,5 Millionen Fahrzeuge, insbesondere durch die Direkttochter Huk24 und zunehmende Nachfrage nach Telematik-Tarifen.
