DAC8 in Deutschland: Kryptobörsen melden Daten – höheres Risiko für Anleger
Seit 2026 müssen Kryptobörsen in Deutschland Nutzerdaten und Transaktionen an Steuerbehörden melden – Folge der EU-Richtlinie DAC8, wie das Handelsblatt berichtet. Betroffen sind Anbieter wie Bison, Bitpanda, Kraken, Binance und Coinbase. Neben Basisdaten müssen Anleger nun auch steuerliche Ansässigkeit und Steuer-ID angeben. Übermittelt werden zudem Wallet-Daten, Ein- und Auszahlungen sowie Trades in Krypto oder Fiatgeld an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt).
Meldepflicht und Sanktionen: Zwischen Compliance und Konsequenz
Wer die Selbstauskunft nicht abgibt, wird erinnert und anschließend sanktioniert. „Bleiben die Informationen weiterhin aus, muss der Anbieter den Nutzer an der Durchführung zu meldender Transaktionen hindern“, erklärt Steuerexperte Hendrik Arendt (CMS) laut Handelsblatt. Spätestens nach 90 Tagen droht eine Sperre – aufgehoben erst nach Nachmeldung der Daten.
Bußgelder bis 50.000 Euro: Risiko für Anleger und Plattformen
Fehlende oder falsche Angaben können laut Arendt mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld geahndet werden. Das gilt auch für verspätete Meldungen. Gleichzeitig haften Anbieter bei Verstößen in gleicher Höhe. Die Entwicklung zeigt: Aus einem lange wenig regulierten Markt wird ein streng überwachtes System – mit klaren Pflichten auf beiden Seiten.
