Industrieversicherung: Mehr Wettbewerb und stabilere Prämien

Nach Jahren steigender Prämien deutet sich im Industrieversicherungsmarkt eine Trendwende an: Das berichtet der Makler Willis in seinem aktuellen „Markt Spot“. Laut Safak Okur, Leiter Broking Deutschland und Österreich bei Willis, kehren Kapazitäten zurück, Preise werden wieder verhandelbar. Unternehmen könnten nun „Versicherungsschutz zu angemessenen Preisen“ erhalten, so Okur. Die Empfehlung: Versicherungsprogramme überprüfen und aktiv neu verhandeln.

Sach- und D&O-Versicherung: Stabil, aber differenziert

Im Sachversicherungsmarkt bleibt die Lage stabil, berichtet Willis: Unternehmen mit gutem Risikomanagement profitieren von flexibleren Konditionen und teils sinkenden Prämien. Der „Total Market Approach“ – also die Kombination aus lokalen und internationalen Kapazitäten – erhöht den Wettbewerb. Auch im D&O-Segment zeigt sich Stabilität trotz steigender Insolvenzen. Laut Willis sorgt der Wettbewerb dafür, dass Prämien konstant bleiben oder bei guter Risikoqualität sogar sinken können – bei gleichzeitig verbesserter Deckung. Technische Versicherungen bleiben preislich stabil, während die Nachfrage durch Rechenzentren und erneuerbare Energien steigt. Im Haftpflichtbereich sichern mehrjährige Verträge gegen Schwankungen ab, doch US-Risiken oder schadenbelastete Engagements bleiben schwer platzierbar, so Willis. Im Cybermarkt sprechen die Willis-Experten weiterhin von einem „weichen Markt“ – trotz wachsender Risiken und NIS2-Vorgaben. Voraussetzung bleibt jedoch eine hohe IT-Sicherheitsqualität, insbesondere bei kritischer Infrastruktur.

Transportversicherung: Stabilität unter Vorbehalt

Transportversicherer zeigen sich laut Willis weiterhin zeichnungsbereit. Gleichzeitig könnten Naturgefahren, geopolitische Risiken und steigende Kosten schnell zu höheren Schäden führen – und damit zu steigenden Prämien sowie strengeren Bedingungen.

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