BU-Überschussbeteiligung 2026: Große Unterschiede bei HDI, HUK-Coburg, Nürnberger und Co.

Wie stark steigt die monatliche Berufsunfähigkeitsrente (BU-Rente) im Leistungsfall tatsächlich durch Überschussbeteiligungen? Eine aktuelle Marktauswertung der Finanzberatung Bierl bringt für 2026 Transparenz in eine Kennzahl, die im Beratungsgespräch nach Unternehmensangaben häufig nur am Rande thematisiert wird. Die Analyse zeigt: Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich. Überschüsse im Leistungsfall sind nicht garantiert, werden jährlich neu festgelegt und freiwillig gewährt. Dennoch können sie laut Bierl im Ernstfall spürbare Effekte entfalten. Bei einer monatlichen BU-Rente von 3.000 Euro bedeute eine Überschussbeteiligung von 2,35 Prozent gegenüber 0,70 Prozent einen Mehrbetrag von rund 50 Euro im Monat – über mehrere Jahre gerechnet summiere sich dieser Unterschied deutlich.

Marktvergleich 2026: Zwischen 2,35 Prozent und null

„Die Überschüsse sind die Kirsche auf der Sahnetorte und sollten nie als Hauptkriterium dienen“, sagt Tobias Bierl, Gründer der Finanzberatung Bierl. Gleichwohl könne es bei vergleichbaren Tarifen sinnvoll sein, auf die historische Stabilität der Überschussbeteiligung zu achten. Wer seit Jahren „verlässlich in der Spitzenklasse agiert – und wer die Überschüsse heimlich nach unten korrigiert“, müsse im Sinne einer ganzheitlichen Beratung berücksichtigt werden, so Bierl. Laut der vorliegenden Auswertung zählen 2026 HDI (2,10 Prozent), HUK-Coburg (2,35 Prozent), Nürnberger (2,05 Prozent) sowie die Bayerische (2,00 Prozent) zur Spitzengruppe. Am unteren Ende rangieren Helvetia (0,70 Prozent), der Münchener Verein (0,35 Prozent) und Canada Life (0,00 Prozent). Das Spektrum reicht damit von spürbarer Zusatzleistung bis faktisch ausschließlich garantierter Rente – eine Differenz, die im Leistungsfall den finanziellen Spielraum merklich beeinflussen kann.

Veränderungen zum Vorjahr: Stabilität mit Ausnahmen

Im Vergleich zum Vorjahr blieb das Niveau bei den meisten Gesellschaften laut Bierl stabil. Einzelne Anbieter konnten moderat zulegen, etwa CosmosDirekt mit einem Plus von 0,45 Prozentpunkten sowie die Stuttgarter mit einem Zuwachs von 0,40 Prozentpunkten. Demgegenüber senkte die Dialog ihre Überschussbeteiligung um 0,20 Prozentpunkte. Die Marktauswertung verweist damit auf ein differenziertes Bild: keine flächendeckenden Kürzungen, aber auch keine durchgängige Dynamik nach oben. Für Vermittler und Kunden gilt daher: Die garantierte BU-Rente bildet das Fundament – die Überschussbeteiligung bleibt ein variabler Baustein mit potenzieller Zusatzwirkung. Eine vollständige Vergleichstabelle aller Anbieter seit 2020 stellt die Finanzberatung Bierl nach eigenen Angaben gesondert zur Verfügung.

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