bKV im Vertrieb: Nutzung vor Produktdetail – Alexandra Markovic-Sobau über Erfolgsfaktoren
Was entscheidet 2026 über den Erfolg im bKV-Vertrieb? Nicht das Detail im Bedingungswerk, sondern das Verständnis für den Unternehmer. Das betont Alexandra Markovic-Sobau im Gespräch mit procontra. Der zentrale Punkt in der Beratung sei die Analyse der betrieblichen Zielsetzung: Geht es um die Senkung von Fehlzeiten, um steuerliche Einbettung im Rahmen der 50-Euro-Sachbezugsgrenze oder um eine strategische Ergänzung im Benefit-Konzept? Der Berater müsse nah an der Zielgruppe agieren und klären, welche Rolle die betriebliche Krankenversicherung im Employer Branding spielen soll. Die bKV sei kein Selbstzweck, sondern Instrument: zur Mitarbeiterbindung, zur Positionierung im Wettbewerb um Fachkräfte, zur Stärkung der Arbeitgebermarke.
Nutzung sicherstellen: Kommunikation ist der Hebel im Budgettarif
Produktdetails seien laut Markovic-Sobau zweitrangig. „Der Clou ist nicht irgendein Detail im Produkt, sondern wie stelle ich die Nutzung der bKV durch die Arbeitnehmer sicher“, erklärt sie gegenüber procontra. Entscheidend sei die Implementierung im Betrieb: App oder Aushang? Betriebsversammlung oder Videoformat? Gerade bei Unternehmen mit mehreren Standorten, Lkw-Fahrern oder Monteuren, die selten im Stammhaus sind, seien Videos oder Podcasts oft effizienter als klassische Informationsveranstaltungen. Gemeinsam mit Berater und Unternehmensleitung würden Inhalte produziert, die konkret erklären, wie ein Rezept eingereicht oder ein Facharzttermin organisiert wird. Die bKV werde bewusst als „Geschenk des Chefs“ inszeniert – ein kommunikatives Konzept, das laut Markovic-Sobau die Akzeptanz erhöht und die tatsächliche Inanspruchnahme der Leistungen steigert.
Trend zu höheren Budgets: Mitarbeiterbefragungen als Steuerungsinstrument
Aus dem Vertrieb erhält Markovic-Sobau nach eigenen Angaben eine starke Resonanz. Unternehmen wollten sich zunehmend über Zusatzleistungen profilieren; Employer Branding gewinne an strategischer Bedeutung. Parallel beobachte sie einen Trend zu höheren Gesundheitsbudgets, insbesondere wenn Arbeitgeber aktiv die Zufriedenheit ihrer Belegschaft mit bestehenden Benefits wie Tankgutschein, privater Krankenversicherung oder betrieblicher Altersvorsorge abfragen. Solche anonymisierten Umfragen würden – gerade bei kleineren Betrieben – von ihrem Team begleitet. Das Ergebnis: Nach zwei bis vier Jahren werde das Budget häufig angehoben. Die Erkenntnisse aus den Befragungen flössen direkt in die Weiterberatung ein. Ihr Fazit ist klar: Die bKV muss regelmäßig kommuniziert und in Erinnerung gerufen werden – sonst bleibt das „Geschenk“ zwar bilanziell wirksam, aber emotional ungenutzt.
