Studie von Liechtenstein Life und AssCompact: Viele Vermittler kennen ihren Bestandswert nicht
Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte 2025 rückt ein zentrales Thema der Vermittlerschaft erneut in den Fokus: der eigene Bestand als Altersvorsorge. Eine aktuelle Studie von Liechtenstein Life in Zusammenarbeit mit AssCompact Studien zeigt, dass bei der Bewertung des eigenen Bestands erheblicher Aufklärungsbedarf besteht. Konkret geben über 70 Prozent der befragten deutschen Versicherungsvermittler an, den genauen Wert ihres Bestands nicht zu kennen. Die Online-Umfrage wurde im Zeitraum vom 25. Juni bis 4. Juli 2025 unter 303 Vermittlern durchgeführt. Das Ergebnis sorgt in der Branche zwar nicht für Jubelsprünge, überrascht angesichts der hohen wirtschaftlichen Bedeutung des Bestands jedoch dennoch.
Altersvorsorge ja – Bewertung eher nein
Dabei ist die grundsätzliche Bedeutung des Bestands unstrittig. Laut der Studie, die auch von der prosperity solutions AG – einer Tochter der the prosperity company AG und Schwesterorganisation der Liechtenstein Life Assurance AG – begleitet wurde, betrachten 71,2 Prozent der Vermittler ihren Bestand als Baustein der eigenen Altersvorsorge. Knapp 40 Prozent gehen sogar so weit, dass sie ihn als vollständige oder überwiegende Säule ihrer Altersabsicherung ansehen. Auf der anderen Seite messen immerhin 21,5 Prozent dem Bestand für die Altersvorsorge keine relevante Bedeutung bei. Auffällig ist der Kontrast zwischen strategischer Bedeutung und operativer Umsetzung: Während Bestandsprovisionen – insbesondere aus der Lebensversicherung – von vielen als zentraler Werttreiber eingeschätzt werden, fehlt es häufig an einer systematischen Bewertung. Nur 16,8 Prozent haben ihren Bestandswert bislang konkret berechnet, 70,6 Prozent hingegen noch nie.
Neue Vergütungsmodelle gewinnen an Bedeutung
Auch bei den Grundlagen der Bestandsbewertung zeigen sich Wissenslücken. Zwar geben 53,5 Prozent der Befragten an, die relevanten Parameter ganz oder teilweise zu kennen, doch mehr als ein Drittel (38,3 Prozent) hat sich mit der Thematik bislang nicht beschäftigt. Parallel dazu verändert sich das Vergütungsumfeld. Laut Studie gewinnen NAV-Vergütungen aus Fondspolicen zunehmend an Bedeutung. Dieses Modell setzt auf laufende, wertabhängige Vergütungen statt einmaliger Abschlussprovisionen. Bereits 41,3 Prozent der Vermittler erzielen entsprechende Einnahmen, während 39,6 Prozent dieses Modell bislang nicht nutzen. Die Ergebnisse machen deutlich: Der Bestand bleibt das wirtschaftliche Rückgrat vieler Vermittler – doch ohne belastbare Bewertung bleibt er für viele eher gefühlte Sicherheit als kalkulierbare Altersvorsorge.
Quelle
