In Nürnberg ist am Freitag eine neue Maklermarke an den Start gegangen: Die Brüder Bastian und Steffen Helmsauerhaben den operativen Betrieb ihres eigenen Maklerunternehmens aufgenommen und treten künftig unter dem Namen Helmsauer Verbund als Marke der Helmsauer Versicherungsmakler GmbH auf. Der Fokus ist klar umrissen – und zugleich flexibel gedacht: Der Verbund will sich auf Gesundheitswesen, Handwerk sowie Gewerbe & Mittelstandspezialisieren, zeigt sich aber auch offen für Privatkunden, sofern diese aus dem Umfeld der priorisierten Gewerbekunden kommen. Klingt nach klassischem Mittelstands-Makleraufbau – nur mit einem ungewöhnlichen Twist: Einen bestehenden Kundenbestand bringen die Gründer nach eigener Aussage nicht mit.
Denn trotz bekannter Familienhistorie starten die Brüder nach eigenen Angaben „auf der grünen Wiese“. Auf procontra-Nachfrage erklärten die beiden Co-Geschäftsführer, sie beginnten „tatsächlich“ bei null Kunden – wobei sich „die ersten Interessenten schon heute Nacht“ gemeldet hätten. Zwischen Neugründung und Anspruch klafft hier kein Spalt, eher eine Zielmarke: Bereits 2026 soll in der Kompositversicherung ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag an Beitragsvolumen erreicht werden. Parallel wollen sie in der Lebensversicherung eine Bewertungssumme in derselben Größenordnung abschließen. Ein Plan, der ehrgeizig wirkt – und in einem Markt, der sonst oft von Bestandsübernahmen lebt, zumindest nicht für Jubelsprünge bei Skeptikern sorgen dürfte.
100 Mitarbeitende bis Jahresende – Rückenwind aus der alten Gruppe
Um diese Wachstumsstory überhaupt erzählbar zu machen, setzen die Gründer auf Geschwindigkeit beim Personalaufbau: Rund 100 Mitarbeitende soll das Unternehmen im Laufe des Jahres erreichen. Gesucht werde weiterhin nach „leistungsbereiten und loyalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, ließen die Brüder wissen. Der entscheidende Treiber hinter dieser Planung: Laut eigener Aussage hätten bereits zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus der bisherigen Helmsauer Gruppe bei ihnen unterschrieben. Über 50 Arbeitsverträge seien schon abgeschlossen – und „täglich werden es mehr“, erklärten die Brüder ebenfalls auf Nachfrage. In der Praxis bedeutet das: Während der Kundenbestand noch aufgebaut werden muss, steht ein personelles Fundament offenbar schneller bereit als bei einer typischen Neugründung. Antithese inklusive: Start-up ohne Bestand – aber mit einer wachsenden Mannschaft im Rücken.
Bruch im Familienunternehmen: Investor, Abgang, Neuanfang
Der Hintergrund für die Neugründung ist eine Entwicklung, die in der Branche zuletzt sichtbar Wellen geschlagen hat. Auslöser waren die abrupten Veränderungen bei der bisherigen Helmsauer Gruppe, nachdem Bernd Helmsauer – Vater der Gründer – im Dezember überraschend als Chef zurückgetreten war. Die Gründe sind weiterhin unklar. Der Versicherungsmonitor berichtete jedoch von einem möglichen Zerwürfnis zwischen dem Investor Nordic Capital und Bernd Helmsauer. Brisant: Helmsauer Senior hatte seine Söhne zuvor eigentlich als Nachfolger positioniert. Doch daraus wird vorerst nichts: Wie Bastian und Steffen Helmsauer gegenüber procontra erklärten, sind sie zum 31. Dezember 2025aus den Unternehmen mit Versicherungsbezug innerhalb der Helmsauer Gruppe ausgeschieden. Und: Am neu gegründeten Helmsauer Verbund ist der Vater nach Angaben der beiden nicht beteiligt.
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