Aufsicht greift erneut ein: Bafin verschärft Maßnahmen gegen N26
Berlin – Die Finanzaufsicht Bafin hat bei der Berliner Smartphonebank N26 erneut erhebliche Defizite festgestellt und reagiert mit spürbaren Eingriffen. Wie unter anderem das Handelsblatt berichtet, ordnete die Behörde zusätzliche Eigenmittelanforderungen sowie Geschäftsbeschränkungen an. Konkret darf N26 in den Niederlanden vorerst kein Neugeschäft mit Hypothekenkrediten betreiben. Parallel entsendet die Bafin erneut einen Sonderbeauftragten in das Fintech. Dieser soll überwachen, ob und wie das Institut die im Rahmen einer Sonderprüfung 2024 festgestellten Mängel behebt und die Aufsicht regelmäßig über den Fortschritt informiert.
Mängel mit System: Organisation, Risiko und Kreditgeschäft im Fokus
Nach Angaben der Bafin haben sowohl die Sonderprüfung als auch die Prüfung des Jahresabschlusses 2024 ergeben, dass bei N26 keine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation gewährleistet sei. Besonders gravierend seien die Defizite im Risiko- und Beschwerdemanagement sowie in der Organisation des Kreditgeschäfts ausgefallen. Damit verstoße das Institut gegen zentrale Vorgaben des Kreditwesengesetzes. Die Befunde sind kein Novum: Bereits 2021 hatte die Aufsicht dem stark wachsenden Fintech unzureichende Maßnahmen zur Geldwäscheprävention attestiert und eine Geldbuße von 4,25 Millionen Euro verhängt. Auch damals folgten ein Sonderbeauftragter und eine Wachstumsbremse von maximal 50.000 Neukunden pro Monat – eine Beschränkung, die erst im Juni 2024 vollständig aufgehoben wurde.
Führungswechsel als Signal: Neuer CEO soll Vertrauen zurückbringen
2024 musste N26 wegen verspäteter Geldwäsche-Verdachtsmeldungen aus dem Jahr 2022 eine weitere Geldbuße von 9,2 Millionen Euro zahlen. Die anhaltende Kritik der Aufsicht führte im laufenden Jahr zu einem personellen Umbruch an der Spitze: Nach dem Rückzug von Mitgründer Valentin Stalf übernahm zeitweise Aufsichtsratschef Marcus Mosen die Rolle des Co-CEO neben Maximilian Tayenthal. Nun folgt der nächste Wechsel. Wie Finanz-Szene.de berichtet, hat der Aufsichtsrat den früheren UBS-Vorstand Mike Dargan zum neuen CEO der N26 Bank SE und der N26 SE ernannt. Dargan soll sein Amt Anfang April 2026 antreten – vorbehaltlich der Zustimmung durch die Bafin. Mit ihm verbindet sich die Hoffnung auf Stabilität. Ob sie sich erfüllt, wird auch der Sonderbeauftragte genau beobachten.
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