Regionales Maklernetzwerk als Antwort auf die aktuelle Konsolidierungswelle
Die anhaltend dynamische Konsolidierungsbewegung im deutschen Maklermarkt sorgt aktuell für neue Spannungen – und genau hier setzt DRB-Geschäftsführerin Janine Bradfisch an, die im Gespräch erklärt, warum sie konsequent auf Unabhängigkeit setzt. Laut Bradfisch stehe die Branche kurz vor einem „Höhepunkt der Konsolidierung“: Viele Maklerinnen und Makler hätten aufgrund des demografischen Wandels und der lukrativen Verkaufspreise das Gefühl, „jetzt oder nie“ aussteigen zu müssen. Doch der Preis dafür sei hoch, sagt sie: Wer an Konsolidierer verkauft, verliere unternehmerische Freiheit – ein klarer Bruch zwischen Erwartung und Realität, der sich etwa darin zeigt, dass Prozesse, IT-Strukturen oder Produktpartner nicht länger selbst gewählt werden können. Stattdessen, so ihre Einschätzung, werde man „angestellte Geschäftsführung“ und müsse Renditevorgaben folgen. Diese Entwicklung stelle besonders für jüngere Makler einen tiefen Einschnitt dar.
Kooperation statt Aufkauf: Warum Bradfisch auf lokale Stärke setzt
Bradfisch kritisiert, dass regionale, inhabergeführte Maklerhäuser beim Verkaufsprozess häufig nicht berücksichtigt werden – obwohl sie finanzstark, kundennah und stabil aufgestellt seien. Sie verweist auf Vorteile wie kurze Entscheidungswege, regionale Marktkenntnis und persönliche Beratung, die aus ihrer Sicht gerade in Zeiten digitaler Beschleunigung unverzichtbar sind. Online-Beratung und KI seien wertvolle Werkzeuge, betont sie, doch „kein Ersatz für regionale Kompetenz“. Während Konsolidierer Wachstum vor allem anorganisch durch Zukäufe generieren, setzt Bradfisch bewusst auf organisches Wachstum und Kooperation. Ihre Antithese fällt deutlich aus: Größere Einheiten versprechen Skalierung – werden aber in der Praxis nicht selten träger und weniger kundenorientiert. Ob die großen Player ihre Versprechen langfristig einlösen, hält sie offen.
Aufbau eines unabhängigen Maklernetzwerks – ein Gegenmodell zur Branche
Mit der DRB GmbH verfolgt Bradfisch deshalb eine Gegenbewegung und baut ein Netzwerk unabhängiger Makler auf, das auf Austausch, Qualität und regionale Stärke setzt. Ziel sei eine Gemeinschaft, die Synergien nutzt, ohne die Unabhängigkeit aufzugeben. Maklerinnen und Makler sollen laut Bradfisch Partner finden können, die ihr Lebenswerk wertschätzen und Mandantenbeziehungen fortführen – „mit Vertrauen, statt mit Konzernvorgaben“. ISO-zertifizierte Prozesse, moderne Technik, regionale Verwurzelung und eingespielte Abläufe sollen dabei sicherstellen, dass Kooperationen reibungslos funktionieren. Auf die Frage, ob sie die Unterstützung eines Konsolidierers ersetzen könne, antwortet Bradfisch klar: Sie biete „ein anderes Level“ – flexibler, persönlicher und näher an den Bedürfnissen unternehmerisch handelnder Makler.
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