Ab Anfang 2026 will der Maklerpool BCA gemeinsam mit Versicherern und Maklern über neue Vergütungsmodelle sprechen, um frühzeitig auf die erwartete „Value for Money“-Ausrichtung der Aufsicht zu reagieren. Wie BCA-Aufsichtsratschef Ralf Berndt beim 10. Pressedialog in Frankfurt erklärte, werde künftig jedes Vorsorgeprodukt hinsichtlich seines Kundennutzens hinterfragt – eine Entwicklung, die über die EU-Retail Investment Strategy auch auf Vermittler zukomme und laut Berndt „sogar die Kompositsparten“ betreffe. Der Serviceanbieter wolle die Vermittlerschaft daher auf mögliche Vergütungsanpassungen vorbereiten. Gleichzeitig, so wurde in der Diskussion deutlich, stehen Makler unter weiter zunehmendem Druck durch Bürokratie, Fachkräftemangel und technologischen Wandel. Jungmakler Benedikt Deutsch (Cleversichert/BCA) mahnte, Digitalisierung und KI nicht zu verwechseln: Erst funktionierende Prozesse erlaubten den sinnvollen Einsatz von KI-Modellen. Auch Alexander Gronau (Haus der Berater, Stuttgart) betonte die Bedeutung externer Servicepartner, da Bestandsmanagement, Kampagnentools und IT-Integration für Einzelmakler kaum noch zu stemmen seien. Trotz wachsender Nutzung digitaler Systeme bleibt für viele Makler der direkte Austausch unverändert wichtig: Nur persönliche Treffen ermöglichten es, Probleme zu klären und Kooperationen zu schließen, wie Bernd Bauer (BCA/Vermittler Rhein-Main) erklärte. Über den neuen Beratungsservice „Plus“ will die BCA zudem sicherstellen, dass Makler fachfremde Anfragen – etwa in der PKV oder der Investmentberatung – über BCA-Experten abdecken können, ohne Kunden oder Geschäft zu verlieren.
Mit dem Netzwerk „#frshmnds“ will BCA zudem jüngere Makler ansprechen – und positioniert sich gleichzeitig als offenes Ökosystem ohne technische Abhängigkeiten. Wie BCA-Makler Deutsch berichtet, zeichne sich die Community durch ungewöhnlich offene Gespräche über fachliche Stärken und Schwächen aus; laut Vorstand Bastian Roeder zählt das Netzwerk inzwischen rund 60 Teilnehmende. Strategisch setzt BCA auf offene Schnittstellen zu Drittanbietern und betont, dass Makler ihre Daten jederzeit mitnehmen können – ein Seitenhieb auf Wettbewerber mit proprietären Systemen. Eine steuernde Einflussnahme durch die Eigentümer Barmenia, Gothaer, die Bayerische, Haftpflichtkasse, Ideal, Signal Iduna, Stuttgarter, SDK und Volkswohlbund gebe es laut Berndt nicht; die Verteilung im Bestand entspreche dem Markt, in der Lebensversicherung dominiere folgerichtig weiterhin die Allianz. 2025 wuchs BCA um rund 150 neue Anbindungen und betreut inzwischen 8.900 Vermittler – davon 4.500 Hauptvermittler. Zwei Drittel des Bestands entfallen auf die Sachversicherung, die übrigen Sparten auf Leben und PKV; umsatzseitig liegen die Kompositsparten bei 50 Prozent. Der Jahresbeitrag der Policen erreichte 2024 rund 250 Millionen Euro, während BCA Umsatzerlöse von 80 Millionen Euro verbuchte.
Mit Blick auf den demografischen Wandel erweitert der Pool seine Angebote für Makler im Ruhestand – von Maklerrente über Bestandsbörse bis hin zu digitalem HUB. Neben der lang etablierten Maklerrente bietet BCA nun auch Bestandsfinanzierungen an und ermöglicht die Übernahme von Vertragsdaten aus Direktvereinbarungen in das eigene DIVA-Vertragsmanagement. Ein cloudbasierter digitaler HUB verbindet verschiedene Anwendungen mit Kunden- und Antragsdaten und soll Maklern den modularen Einsatz digitaler Tools erleichtern. Damit stellt sich BCA nicht nur regulatorisch, sondern auch technologisch auf die kommenden Veränderungen im Maklermarkt ein – ein Markt, in dem „Value for Money“ ab 2026 zum Prüfstein werden dürfte.
