Die Bayerische hat offiziell bestätigt, dass sie den kompletten Zahnzusatzversicherungs-Bestand der Astra Versicherung AG übernehmen will. Wie die Vorstände Martin Gräfer (die Bayerische) und Philipp Langendörfer (Astra) gegenüber procontra erklärten, liegen entsprechende Anträge bereits Bundeskartellamt und BaFin zur Prüfung vor. Die Entscheidung ist Teil einer strategischen Neuausrichtung: Astra zieht sich aus dem Segment zurück, um sich wieder klar auf das Sachversicherungsgeschäft zu konzentrieren. Unklar bleibt hingegen, ob auch der Bestand an Auslandskrankenversicherungen später veräußert wird. Aufgrund der Kurzfristigkeit ordne Astra dieses Geschäft derzeit intern weiterhin der Sparte Sach zu, so Langendörfer.
Zahnzusatzbestand und Dental-Service-Tochter sollen an die Bayerische gehen
Zum Verkaufspaket gehört ein Zahnzusatzportfolio mit rund 20 Millionen Euro Beitragseinnahmen sowie die vollständige Übernahme der Astra Dental Service GmbH. Die Tochtergesellschaft verantwortet die Antragsprüfung, Leistungsbearbeitung und Vertragsverwaltung – und soll vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen zum 1. Januar 2027 an die Bayerische übertragen werden. Bis dahin bleibt der Bestand operativ bei Astra. Auch die rund 28 Mitarbeitenden der Dental Service GmbH sollen übernommen werden. Damit stärkt die Bayerische gezielt ihr wachsendes Geschäft in der Krankenzusatzversicherung. Gräfer verweist auf erheblichen Bedarf: „Die Sozialsysteme geraten an ihre Grenzen. Ergänzende Leistungen gewinnen weiter an Bedeutung.“ Mit dem Zukauf wächst das Zusatzversicherungsportfolio der Komposittochter BA die Bayerische Allgemeine auf rund 70 Millionen Euro Beitragseinnahmen – und wird damit zum größten Einzelbestand des Unternehmens. Die Integration externer Bestände soll durch die moderne IT-Landschaft reibungslos ablaufen.
Astra-Kunden behalten ihre Ansprechpartner – Kaufpreis bleibt geheim
Für die Versicherten ändert sich vorerst nichts: „Die Kunden werden weiterhin vom gleichen Team betreut“, betont Langendörfer. Weder Astra noch die Bayerische äußerten sich zum Kaufpreis. Beide Unternehmen betonen jedoch, dass es sich um eine strategisch sinnvolle Entscheidung handelt – für Astra als Fokussierungsschritt, für die Bayerische als Wachstumsschub in einem Segment, das nach Unternehmensangaben langfristig an Bedeutung gewinnen dürfte.
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