Bayerische setzt auf Kooperation, Vorsorge-Offensive und nachhaltige Investments

Die exklusive Zusammenarbeit der Bayerischen mit der Barmenia-Gothaer zeigt nach Angaben von Vorstandschef Martin Gräfer erste deutliche Erfolge. Wie er gegenüber procontra erläutert, wurde die Kooperation über die Plattform compexx Finanz AG organisiert, in der ein neues Ressort „Vertriebsorganisation“ inzwischen rund 800 hauptberufliche Vermittlerinnen und Vermittler vereint – viele davon ehemals bei der Barmenia. Das Modell setzt bewusst auf Kooperation statt Konkurrenz, ohne Bestände umdecken zu müssen und ohne Umstellungen auf Kundenseite.

„Ich bin seit über 40 Jahren in der Branche, aber ein solches Modell habe ich noch nie erlebt“, sagt Gräfer. Die Initiative sei nicht als Gegenbewegung zur wachsenden Bedeutung der Pools gedacht. Vielmehr gehe es darum, Vertriebswege zu diversifizieren und nicht von einem einzigen Zugang zum Markt abhängig zu sein. Eine Gefahr für die Direktanbindung sieht Gräfer nicht – vielmehr entstünden hybride Modelle, die die Vorteile von Poolstrukturen mit direkter Beziehung zum Versicherer verbinden. Entscheidend sei, dass die Vertriebskosten nicht weiter steigen, denn die Belastungsgrenze der Kunden sei erreicht.

Altersarmut als soziale Krise: Bayerische fordert klare Rahmenbedingungen

Parallel zur Vertriebsstrategie treibt die Bayerische ihre bundesweite Initiative gegen Altersarmut voran. Gräfer beschreibt die Lage als „dramatisch“ und warnt vor einer sozialen Krise, die den Sozialstaat langfristig überfordern werde. Die gesetzliche Rente verschlinge bereits heute einen maßgeblichen Anteil des Bundeshaushalts – Tendenz steigend. Sein Appell: Die Menschen müssten verstehen, dass der Staat „nicht ausgeben kann, was er nicht erwirtschaftet“, weshalb private und betriebliche Altersvorsorge zwingend notwendig sei. Von der Politik fordert er Planbarkeit sowie stabile steuerliche und rechtliche Rahmenbedingungen, höhere Freibeträge und eine Förderung, die ohne Produktvorgaben auskommt. „Die Menschen sollen frei wählen können, ob sie in klassische oder fondsgebundene Produkte investieren“, betont Gräfer. Als Branche sei man gefordert, Altersvorsorge wieder emotional aufzuladen – weg vom Pflichtprogramm, hin zur persönlichen Zukunftssicherung.

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In Kooperation mit der
INTER Versicherungsgruppe