PKV-Verband warnt vor massiver Zunahme unerlaubter Werbeanrufe – dubiose Tarifoptimierer unter Druck

Welle unerlaubter Werbeanrufe sorgt für Alarm im PKV-Markt

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) schlägt Alarm: Zum Jahresende häufen sich erneut Beschwerden über unerlaubte Werbeanrufe. Zahlreiche Versicherte berichten, sie seien ohne Einwilligung kontaktiert und zu einem Tarifwechsel gedrängt worden. Besonders brisant: Die Anrufer geben sich teils fälschlich als Vertreter des PKV-Verbands oder ähnlich klingender Organisationen aus. Wie der Verband mitteilt, nehmen die sogenannten Cold Callsregelmäßig im Oktober und November zu – also dann, wenn viele Versicherer über Beitragsanpassungen zum Jahresbeginn informieren. Diese Phase nutzen unseriöse Akteure, um Privatversicherte mit falschen Versprechungen und vermeintlichen Sparangeboten zu überrumpeln. Ziel sei meist eine hohe Provision – nicht das Kundeninteresse, betont der Verband.

Das „Göker-Konzept“: Alte Muster, neue Namen

Die Warnung des PKV-Verbands fällt in eine Zeit, in der erneut über dubiose Tarifwechsel-Modelle berichtet wird. DAS INVESTMENT deckte bereits seit Ende 2023 auf, dass der umstrittene MEG-Gründer Mehmet Göker von Dubai aus wieder aktiv geworden ist. Mit seinem sogenannten „Göker-Konzept“ warb er über soziale Medien Mitarbeiter für die PKV-Tarifoptimierung an – offiziell vermittelt über deutsche Partnerfirmen wie die René Jäger AG aus München, die TRS Tarifreduktion24 Services GmbH aus Berlin und die Finanzcheck Rhein Main GmbH aus Frankfurt. Nach Recherchen des Magazins wurden diese Firmen überprüft: Die Finanzcheck Rhein Main wurde inzwischen aufgelöst, die beiden anderen traten unter neuen Namen oder an neuen Standorten wieder auf. So firmiert die René Jäger AG inzwischen als Premium PKV-Service AG, während TRS nach Düsseldorf umzog. Ob weiterhin Kontakte zu Göker bestehen, ist unklar. Fakt ist: Göker operiert weiter aus Dubai, wenn auch ohne sein früheres Büro im Bay-Gate-Tower.

Bundesnetzagentur greift durch – PKV-Verband rät zu Wachsamkeit

Laut PKV-Verband sind Werbeanrufe ohne ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen in Deutschland verboten. Die Bundesnetzagentur kann bei Verstößen Bußgelder von bis zu 300.000 Euro verhängen. Erst im Mai 2025 belegte die Behörde ein Versicherungsunternehmen mit einer Strafe von 50.000 Euro, weil es Verbraucher wiederholt mit irreführenden Angeboten belästigte – der Name blieb ungenannt. Um sich zu schützen, sollten Versicherte keine persönlichen Daten wie Geburtsdatum, Versicherungsnummer oder Bankverbindung preisgeben und unklare Gespräche sofort beenden. Beschwerden nimmt die Bundesnetzagentur direkt über bundesnetzagentur.de entgegen.

Der PKV-Verband betont, er führe selbst keine Anrufe durch und biete keine Tarifwechselberatung über Drittanbieter an. Wer seinen Beitrag legal senken möchte, könne dies direkt beim eigenen Versicherer prüfen lassen – kostenfrei, ohne Provisionsdruck und mit voller Übernahme der Alterungsrückstellungen. Die meisten Unternehmen der privaten Krankenversicherung unterstützen den internen Tarifwechsel sogar über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus. Weitere Informationen finden Versicherte auf dem offiziellen Serviceportal des PKV-Verbands.

Quelle

In Kooperation mit der
INTER Versicherungsgruppe