Private Altersvorsorge im Fokus: CDU-Finanzexperte Güntzler positioniert sich zur Frühstart-Rente, Riester-Reform und Bafin-Plänen

Die Debatte um die Zukunft der privaten Altersvorsorge nimmt Fahrt auf – und CDU-Finanzexperte Fritz Güntzler bringt klare Positionen ins Spiel. Im Gespräch mit FONDS professionell äußerte sich der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zu aktuellen Vorhaben der Bundesregierung, darunter die geplante Frühstart-Rente, das Riester-Nachfolgeprodukt sowie die Erweiterung der Bafin-Zuständigkeiten. Sein Standpunkt ist deutlich: „Wir sehen keinen Grund, erfolgreiche Beratungsmodelle wie die provisionsbasierte Beratung infrage zu stellen.“ Der Koalitionsvertrag sei hier eindeutig – Provisionsverbot sei kein Thema mehr.

Was die Finanzaufsicht angeht, zeigt sich Güntzler skeptisch gegenüber einer möglichen Verlagerung der Kontrolle von §34f-Vermittlern zur Bafin. „Die Bafin wird das nicht besser machen als IHKs oder Gewerbeämter“, so Güntzler. Dennoch bleibe die CDU gesprächsbereit, sollte die SPD konkrete Vorschläge auf den Tisch legen. Wichtig sei dabei vor allem: Effizienz und Augenmaß.

Altersvorsorgedepot statt Riester – und eine „Frühstart-Rente“ mit Bildungsanspruch

Besonders große Chancen sieht Güntzler in einem neuen Altersvorsorgekonzept: dem von der FDP angestoßenen „Altersvorsorgedepot“. Die Idee: mehr Renditechancen durch weniger Garantiezwang, verbunden mit einem digitalen Zugang ab dem 18. Lebensjahr. Güntzler betont: „Das Produkt ist gut, auch wenn es noch Schwächen hat – die können wir verbessern, anstatt bei null anzufangen.“ Die geplante „Frühstart-Rente“, eine staatlich geförderte Altersvorsorge für Kinder ab sechs Jahren, sieht er als Brückenschlag zwischen Finanzbildung und Vorsorgepraxis.

Zwei Modelle stehen dabei zur Diskussion: die individuelle Lösung mit eigenem Depot pro Kind – favorisiert von der CDU –, oder ein Kollektivansatz mit Einzahlungen in eine zentrale Stiftung. Für Güntzler überwiegen bei der Individualvariante die Vorteile: Lernfaktor, Kapitalmarktzugang, Übergangsfähigkeit. „Unsere Gespräche mit Sparkassen und Genossenschaftsbanken zeigen: Das Interesse ist da – und auch die Bereitschaft, das Produkt aktiv zu fördern“, so der CDU-Politiker.

Steuer- und Standortpolitik: Deutschland als attraktiver Finanzplatz

Neben der Altersvorsorge sieht Güntzler Handlungsbedarf beim Finanzstandort Deutschland. Das geplante Standortfördergesetz soll steuerliche Hürden abbauen und Investitionen – insbesondere in Infrastruktur und erneuerbare Energien – erleichtern. „Es geht nicht um Subventionen, sondern um den Abbau von Blockaden im Investmentsteuerrecht“, betont Güntzler. Auch steuerpolitisch will die Union weiter vorangehen: Ziel sei eine Modernisierung des Einkommensteuertarifs und die Senkung der Körperschaftsteuer auf zehn Prozent bis 2032– insbesondere, um den Mittelstand zu entlasten und den Standort international wettbewerbsfähig zu machen.

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