Robeco startet aktive ETFs – CEO Karin van Baardwijk erklärt Fahrplan, Zielgruppen und AUM-Status
Robeco hat im Oktober 2024 seine ersten aktiven ETFs an die Börsen gebracht; die Entscheidung fiel deutlich früher, die Umsetzung brauchte jedoch Infrastruktur, Lizenzen und Personal – inklusive der Verpflichtung von ETF-Spezialist Nick King „kurz nach der Priorisierungsentscheidung“, sagte Karin van Baardwijk, CEO von Robeco, im Gespräch mit FONDS professionell im Frankfurter Büro des Hauses. Wer? Robeco und CEO van Baardwijk. Was?Markteintritt mit aktiven ETFs. Wann? Oktober 2024 (Aktien-ETFs), jüngst ein erster Renten-ETF. Wo?Frankfurt/Rotterdam, europaweiter Vertrieb. Warum? Ergänzung zu Publikumsfonds/Mandaten, höhere Liquidität/Unmittelbarkeit. Wie? Schrittweiser Aufbau, kuratierte Produktreihenfolge statt „Einzelstück“-Launch. Zielgruppen laut van Baardwijk: Wholesale-Kanal, professionelle Fondsselektoren und Selbstentscheider(Neobroker); klassische Fonds blieben für vermögende Bestandsanleger relevant – Antithese: ETF als natürliche Wahl für Jüngere, Fonds als Komfortzone für Erfahrene.
Produktprofil und Vertrieb: Quant-Expertise, KI-Ansatz, kein Parallelvertrieb – „Inhalt vor Hülle“
Die anfängliche ETF-Palette umfasste fünf Aktien-ETFs (AUM zuletzt rund 250 Mio. Euro) und wurde um einen Renten-ETF erweitert; weitere Strategien seien in Planung, so van Baardwijk gegenüber FONDS professionell. Differenzierung statt Me-too: Besonders nachgefragt sei der Dynamic Theme Machine ETF, dessen Prozess eine Quant-Engine mit einem KI-Modell kombiniere, um Themen früh zu identifizieren und Trendwechsel rechtzeitigmitzunehmen. Die übrigen vier Aktien-ETFs nutzen etablierte Quant-Modelle von Robeco – ohne aktuelle Kannibalisierung klassischer Fonds/Mandate, betont van Baardwijk. Der Vertrieb läuft über bestehende Sales-Teams; entscheidend sei der Inhalt (Investmentexpertise), nicht die Hülle (ETF), so die CEO. Zur Profitabilität: ETFs seien DNA-bedingt günstiger als traditionelle Fonds, eröffneten aber neue Kanäle; „für Robeco entscheidend ist zusätzliches Geschäft“, sagte van Baardwijk.
Marktausblick und Strategie: Langfristige Skalierung, Partner-Pipeline, Abgrenzung im Wettbewerbsfeld
Warum jetzt – und wohin? In Märkten, in denen der Fondsvertrieb sinkt, gewännen aktive ETFs „massiv“ an Bedeutung, sagte van Baardwijk zu FONDS professionell; in Deutschland bleibe der Bank-/Beratervertrieb wichtig, parallel wachse das ETF-Segment. Robeco plane maßgeschneiderte Produkte mit Partnern und setze auf langfristige Skalierung Richtung Multi-Milliarden-Geschäft; Voraussetzung: klarer Mehrwert gegenüber existierenden Angeboten – „wir möchten nicht in Konkurrenz zu Dutzenden sehr ähnlichen Produkten treten“, so die CEO. Das strategische Raster bleibt binär und bewusst zugespitzt: Tempo vs. Sorgfalt, Hülle vs. Inhalt, Preis vs. Reichweite – Robeco will mit Quant- und KI-Kompetenz die Mitte halten und aktive ETFs als ergänzendes Vehikel zu Fonds und Mandaten etablieren.
