Stornoquote in der Lebensversicherung 2024: Ursachen, Unterschiede und Lösungen
Die Lebensversicherung gilt als langfristige Partnerschaft – doch diese Beziehung ist zunehmend brüchig. Rund 3,5 Prozent der Verträge werden jährlich storniert, warnte BaFin-Exekutivdirektorin Julia Wiens jüngst auf dem Handelsblatt-Strategiemeeting. Rechnet man diese Quote über 20 Jahre hoch, kündigt fast die Hälfte aller Kunden ihren Vertrag vorzeitig. Eine Zahl, die nicht nur für Versicherer, sondern auch für Vermittler ein Warnsignal sein sollte. Denn hohe Stornoquoten werfen Fragen auf – etwa zur Produktausgestaltung, zur Beratung oder zur wirtschaftlichen Situation der Kunden. Sie sind mehr als nur ein betriebswirtschaftliches Ärgernis – sie sind ein Gradmesser für die Passgenauigkeit der Produkte.
Besonders die Stornoquote nach laufendem Beitrag ist kritisch zu sehen, da sie direkt die wirtschaftliche Belastung für Versicherer abbildet. Denn es sind tendenziell die hochvolumigen Verträge, die gekündigt werden – ein Problem, das sich für Vermittler durch mögliche Rückforderungen von Courtagen potenziell doppelt bemerkbar macht.
Wer sticht positiv oder negativ heraus?
Laut dem LV-Check 2024 gibt es enorme Unterschiede bei der Stornoquote je nach Anbieter. Die Spanne reicht von unter 1 % bis über 12 % – je nach Messgröße:
Stornoquote nach laufendem Beitrag:
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WGV: 1,48 % (niedrigste Quote)
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Targo: 12,60 % (höchste Quote)
Stornoquote nach Anzahl der Verträge:
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WGV: 0,64 %
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Targo: 8,39 %
Eine besonders starke Verschlechterung zeigte sich bei der Gothaer, was unter anderem auf die Fusion mit der Barmenia zurückgeführt wird. Das Unternehmen selbst betont jedoch, man wolle künftig wieder unter dem Marktdurchschnitt landen.
