Flottenversicherung unter Druck – Corify-CEO Artur Reimer über Schadeninflation und digitale Lösungen

Kostenexplosion bei Schäden

Die Flottenversicherung steht vor massiven Herausforderungen: Laut Artur Reimer, CEO des digitalen Plattformanbieters Corify, erleben Versicherer seit Jahren eine „deutliche Schadeninflation“. Ersatzteile, Werkstattlöhne und moderne Fahrzeugsysteme treiben die Schadenkosten kontinuierlich nach oben. Hinzu kommen steigende Kraftstoffpreise, Fahrermangel und dichter Verkehr – Faktoren, die die Schadenfrequenz erhöhen und die Profitabilität zusätzlich belasten. Das Ergebnis: Selbst nach Prämienanpassungen bleibt die Sparte defizitär.

Makler zwischen Risiko und Prozesslast

Für Makler wird die Lage nicht leichter. Jeder Fahrzeugwechsel, jede Anpassung im Vertrag und jeder Schadenfall bedeutet hohen administrativen Aufwand bei gleichzeitig geringen Margen. Reimer rät deshalb zu aktivem Risikomanagement: Fahrerschulungen, die Analyse von Schadenmustern und gezielte Steuerung von Kleinschäden über Selbstbehalte. Nur wer Transparenz über die eigene Flotte hat, könne Risiken rechtzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten.

Digitalisierung als Ausweg

Corify setzt auf Standardisierung und Automatisierung, um die Prozesse im Flottengeschäft effizienter zu machen. „Wir strukturieren den gesamten Ausschreibungsprozess und schaffen damit eine neue Qualität in der Zusammenarbeit“, erklärt Reimer. Makler und Versicherer arbeiten auf einer gemeinsamen Datenbasis, was Rückfragen reduziert, Angebote vergleichbar macht und Entscheidungen beschleunigt. Laut Reimer steigert das nicht nur Abschlussquoten, sondern ermöglicht Maklern, trotz Fachkräftemangels größere Portfolios profitabel zu betreuen – und so echte Partnerschaften im Risikomanagement zu etablieren.

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