Frühstartrente verzögert sich – Brodesser fordert Reform der Riester-Rente
Der geplante Start der Frühstartrente zum 1. Januar 2026 ist kaum zu halten: Das machte CDU/CSU-Finanzexperte Carsten Brodesser im Gespräch mit der FAZ deutlich. „Unter Berücksichtigung des parlamentarischen Verfahrens wäre die gesetzliche Grundlage frühestens Ende des Jahres geschaffen“, so Brodesser. Ein unterjähriger Start sei daher realistischer. Mit dem Modell will die Ampelkoalition Kindern und Jugendlichen von 6 bis 18 Jahren staatlich geförderte Sparpläne ermöglichen – zehn Euro Zuschuss pro Monat sollen in ein Depot fließen. Brodesser betont: Entscheidend sei weniger die Höhe des angesparten Kapitals, sondern der Aufbau einer Altersvorsorge, die ab Volljährigkeit weitergeführt werden könne.
Frühstartrente und Riester müssen zusammengedacht werden
Für Brodesser liegt der Schlüssel in der Verzahnung: Frühstartrente und eine reformierte Riester-Rente sollten Hand in Hand gehen. „Ich würde mir wünschen, dass noch vor Beginn der Frühstartrente die notwendige Reform der Riester-Rente verabschiedet wird“, so der CDU-Politiker. Besonders wichtig sei, dass möglichst alle Jahrgänge zwischen 6 und 17 Jahren von Beginn an profitieren. Auch wenn ein 17-Jähriger nur wenig Guthaben bis zur Volljährigkeit aufbauen könne – entscheidend sei der Einstieg in eine langfristige Vorsorgearchitektur.
Milliardenbelastung für den Bund, nachgelagerte Besteuerung bleibt
Finanziell ist das Projekt kein Pappenstiel: Allein die Jahrgänge 2009 bis 2020 umfassen laut Brodesser zwischen 650.000 und 800.000 Personen. Würden alle Berechtigten teilnehmen, entstünden jährliche Kosten von mehr als einer Milliarde Euro. Abmildern ließe sich die Belastung nur durch eine stufenweise Einführung oder geringere Inanspruchnahme. Klar ist für Brodesser aber auch: Die Logik der nachgelagerten Besteuerung bleibt bestehen – steuerfreie Erträge in der Ansparphase, Besteuerung bei Auszahlung. Zusätzliche Einzahlungen durch Eltern oder Verwandte sollen möglich sein. Sein Fazit fällt eindeutig aus: „Das nachgelagert besteuerte Altersvorsorgedepot ist aktueller denn je.“
