Frauen fühlen sich bei Altersvorsorge schlechter abgesichert

Eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag der DEVK Versicherungen, durchgeführt vom 10. bis 17. Juli 2025 unter 2.500 Erwerbstätigen, zeigt deutliche Diskrepanzen zwischen Männern und Frauen bei der Altersvorsorge. Zentrales Ergebnis: Nur 38,7 Prozent der Frauen glauben, ausreichend für das Alter vorzusorgen, während es bei den Männern 42,9 Prozent sind – ein Unterschied von 4,2 Prozentpunkten. Umgekehrt gaben 44,4 Prozent der Frauen an, unzureichend abgesichert zu sein, bei den Männern waren es 40,4 Prozent. Auch beim Thema Eigenverantwortung zeigt sich eine Lücke: 75,5 Prozent der Frauen kümmern sich selbst um ihre Vorsorge, aber Männer liegen mit 79,8 Prozent vorne. Auffällig: Frauen übertragen diese Verantwortung häufiger an ihre Partner. „Selbst ist die Frau, aber die Lücke ist groß“, kommentiert Katharina Hoge, stellvertretende Leiterin Produktmanagement Leben bei der DEVK. Strukturelle Hürden und fehlende Angebote seien zentrale Hindernisse.

Ursachen für Altersarmut und Rentenunterschiede
Die Befragten sehen vielfältige Ursachen für Altersarmut bei Frauen: 63 Prozent nennen Teilzeit, 61 Prozent ein geringes Einkommen und 56 Prozent Zeiten ohne Berufstätigkeit. Kindererziehungszeiten (53 Prozent), Trennungen oder Scheidungen (40 Prozent) sowie eine unzureichende private Vorsorge (38 Prozent) verstärken die Risiken. Auch der Tod des Partners gilt für 24 Prozent als Problem. Die DEVK verweist auf die Folgen: Brüche in Erwerbsbiografien führen zu deutlich geringeren gesetzlichen Renten. Laut VersicherungsJournal (26.11.2024) lag der durchschnittliche Rentenzahlbetrag 2023 für Frauen bei 936 Euro, für Männer bei 1.427 Euro – ein Gefälle, das für viele Frauen die Finanzierung eines stabilen Lebensstandards kaum möglich macht.

Präferenzen bei Vorsorgeprodukten
Bei der Frage, welche Kriterien private Altersvorsorgeprodukte erfüllen sollten, ergeben sich klare Prioritäten: Sicherheit und Garantien stehen bei Frauen an erster Stelle (48,9 Prozent), dicht gefolgt von niedrigen Kosten und fairen Gebühren (41,2 Prozent). Flexible Einzahlungen und Pausen sind für mehr als jede vierte Frau entscheidend, während steuerliche Vorteile und Renditechancen eine nachrangige Rolle spielen. Männer hingegen setzen am häufigsten auf geringe Kosten (46,3 Prozent), gefolgt von Sicherheit und höheren Renditechancen (27,3 Prozent). Auch persönliche Beratung ist Frauen wichtiger (13,2 Prozent gegenüber 8,7 Prozent bei Männern). „Eine frühzeitige und flexible Vorsorge ermöglicht finanzielle Unabhängigkeit und stärkt das Selbstvertrauen von Frauen in jeder Lebensphase“, betont Hoge – und plädiert für Produkte, die stärker auf unterschiedliche Biografien zugeschnitten sind.

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