BU-Leistungsprüfung: Kritik, Abbruchquoten und die Rolle der Makler

Streit um die BU-Leistungsprüfung

Ein Interview mit dem BU-Rechtsdienstleister Bernhard Rauch sorgt derzeit für Diskussionen: Er erhebt den Vorwurf, dass manche Versicherer Berufsunfähigkeits-Leistungsprüfungen bewusst verzögerten – insbesondere in Fällen mit potenziell hohen Rentenzahlungen. Rauch kritisiert außerdem die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kommunizierte Leistungsquote von 80 Prozent. Diese Zahl sei irreführend, da sie ausschließlich Anträge berücksichtigt, in denen alle Rückfragen vollständig geklärt worden seien. In rund 40 Prozent der Fälle komme es jedoch zu keinem Leistungsbezug, weil Versicherte den Prozess frustriert abbrächen.

Versicherer weisen Vorwürfe zurück

Die Branche reagiert scharf. So widerspricht etwa die Dialog Lebensversicherung entschieden: Man verzögere Anträge nicht und könne die genannte Abbruchquote von 40 Prozent nicht bestätigen. Auch die Generali betont, dass Dauer und Umfang der Leistungsprüfung stark vom individuellen Fall abhingen. „Unsere IHK-zertifizierten Leistungsprüfer unterstützen Versicherte und Makler telefonisch, schriftlich und vor Ort“, so das Unternehmen.

Beim Volkswohl Bund erklärt Simone Szydlak, man wolle den Prozess bewusst kundenfreundlich gestalten. Versicherte erhielten Unterstützung bereits beim ersten Versand der Fragebögen. Blieben Rückmeldungen aus, erinnere man zweimal – erst danach werde die Prüfung eingestellt.

GDV hält an Zahlen fest

Der GDV verweist seinerseits auf seine Umfragewerte: Im Schnitt dauere eine Leistungsprüfung drei Monate, 80 Prozent der Anträge würden bewilligt – vorausgesetzt, die Informationen des Kunden seien vollständig.

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