Maklerpools auf dem Vormarsch – Warum Direktanbindungen ins Hintertreffen geraten
US-Aktien unter Bewertungsdruck – und doch gefragt
Maklerpools gewinnen Marktanteile – Zahlen sprechen eine klare Sprache
Eine aktuelle Auswertung von LinkedIn-Umfragen und Branchenstudien untermauert, was viele Marktbeobachter längst vermuten: Maklerpools sind für den überwiegenden Teil der Vermittler unverzichtbar geworden. Laut Procontra-Umfrage 2024 und Jungmaklerstudie arbeiten nur noch 4 bis 8 Prozent der Makler vollständig ohne Pool oder Verbund – und setzen damit ausschließlich auf Direktanbindungen. Parallel dazu verzeichnen große Pools und Verbünde seit Jahren Wachstumsraten deutlich oberhalb des Branchenschnitts. Die Gründe liegen auf der Hand: Mehr finanzielle Ressourcen – oft durch Investoren gestärkt – fließen in moderne IT-Systeme, die Maklern konsolidierte Bestandsübersichten im Maklerverwaltungsprogramm ermöglichen. Wo einst Blau Direkt als technologischer Vorreiter galt, hat sich inzwischen eine breite Spitzengruppe etabliert.
Generationenwechsel verstärkt den Trend – Pools sichern Bestände
Bis 2030 wird laut Marktprognosen jeder vierte Makler in den Ruhestand gehen. Viele Pools agieren hier strategisch: Sie kaufen Bestände auf oder bieten Maklerrenten an, um die Courtagen im eigenen System zu halten und diese gezielt an jüngere Makler weiterzugeben. Für Direktpartner bedeutet das den Verlust dieser Bestände. Die Entwicklung verstärkt sich durch den Mangel an qualifizierten Maklerbetreuern, wie Gespräche mit Maklerversicherern zeigen. Externe Betreuungsmodelle – etwa von Wecoya – gewinnen dadurch an Bedeutung.
Realität vs. Wunschdenken bei Direktanbindungen
Zwar äußern manche Versicherer den Wunsch, die Zahl ihrer Direktanbindungen zu erhöhen, um weniger abhängig von der Einkaufsmacht der Pools zu sein. Doch die Praxis zeigt ein anderes Bild: Ohne ausreichend qualifiziertes Betreuungspersonal bleibt dieser Ausbau schwierig. Branchenexperte Daniel Feyler, Versicherungsfan und Insurtech-Investor, sieht deshalb in vielen Fällen eher ein strategisches Wunschdenken als eine realistische Entwicklung – und bleibt überzeugt, dass Maklerpools ihre Marktstellung weiter ausbauen werden.
