Aktive Fonds im Härtetest – Wie sich Manager in Trumps Zollkrise schlugen
Marktturbulenzen als Prüfstein für Fondsstrategien
Der 2. April 2025 brachte, was Anleger fürchten: politische Schlagzeilen, die Kurse ins Rutschen bringen. Mit der Ankündigung neuer US-Zölle ließ Präsident Donald Trump den MSCI World zeitweise um 11 Prozent und den DAX um 13 Prozent fallen. ETFs, gebunden an ihre fixe Allokation, nahmen den Abwärtstrend eins zu eins mit – aktive Fonds hingegen konnten in einigen Fällen gegensteuern. Laut einer Stichprobe schlugen im April zwei von vier globalen Aktienfonds ihre Benchmark MSCI World, im Mai waren es drei. In der Kategorie deutsche Standardwerte lagen im gleichen Zeitraum gleich drei Fonds über DAX und HDAX. Allianz Global Investors verwies bei den Top-Performern „UniGlobal“ und „Best Styles“ auf Übergewichtungen im Industriegütersektor – inklusive Verteidigungswerten wie Rheinmetall – sowie auf Absicherungsstrategien. DWS dagegen nannte für die schwächere Entwicklung ihres „Vermögensbildungsfonds I“ ungünstige Allokationen im Gesundheits- und Technologiesektor, will an der Grundstrategie aber festhalten.
Gewinner, Verlierer und die Rolle der Anlagestrategie
Auch bei deutschen Aktienfonds machte die Auswahl den Unterschied: „DekaFonds“ und „UniFonds“ profitierten von Industriewerten wie Siemens, während der „DWS Aktien Strategie Deutschland“ ohne Rheinmetall-Beteiligung dennoch den DAX schlug – dank gezielter Allokation in Profiteure der deutschen Fiskalpolitik. Concentra von AGI hingegen blieb hinter dem Markt zurück, weil Verteidigungswerte laut Anlagerichtlinie tabu sind. Das Fazit aus Branchensicht: Krisenphasen können aktive Manager nutzen, um Verluste zu begrenzen – garantiert ist das aber nicht. Fondsanbieter wie Deka-Stratege Joachim Schallmeyer betonen, dass kurzfristige Zeiträume wenig aussagekräftig seien; entscheidend sei die Betrachtung über ein bis drei Jahre. Für Absolut-Return-Strategien, die unabhängig von der Marktlage positive Renditen anstreben, könne ein kürzerer Prüfzeitraum dagegen sinnvoll sein – allerdings bei deutlich höheren Kosten und Risiken.
Langfristbilanz und Perspektive für Anleger
Die nüchternen Daten mahnen zur Vorsicht: Laut Scope übertrafen 2024 nur 13,7 Prozent der globalen und 2,0 Prozent der deutschen Aktienfonds ihre Benchmarks. Morningstar-Analysen bestätigen ähnlich niedrige Quoten in der Eurozone und den USA. Jose Garcia-Zarate, Leiter Manager-Research bei Morningstar, sieht dennoch Nischen, in denen aktives Management sinnvoll bleibt – etwa bei Nebenwerten oder Schwellenländern. Zugleich zeigt die Scope-Auswertung für Januar bis April 2025 deutlich bessere Erfolgsquoten (55,4 Prozent global, 23,5 Prozent Deutschland), was die Volatilität der Ergebnisse unterstreicht. Für Anleger heißt das: Die versprochene relative Performance sollte regelmäßig überprüft werden – ob im Sturm oder bei ruhiger See.
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