Betriebsrenten-Reform bringt mehr Förderung für Geringverdiener

Neue Einkommensgrenze bringt steuerliche Vorteile

Die schwarz-rote Bundesregierung will Bewegung in ein System bringen, das bisher vielerorts stockt: die betriebliche Altersvorsorge. Der aktuelle Reformvorschlag sieht vor, die steuerliche Fördergrenze für Geringverdiener anzuheben – von 2.575 Euro auf künftig 2.898 Euro monatliches Bruttoeinkommen. Ziel: Mehr Beschäftigte mit niedrigem Gehalt sollen vom staatlichen Zuschuss profitieren. Gleichzeitig sollen auch Arbeitgeber steuerlich entlastet werden, wenn sie höhere Förderungen leisten. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) betont gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio die Effizienz des Instruments: „Sie ist unkompliziert, sie ist effektiv und vor allem auch unbürokratisch.“ Doch was in der Theorie einfach klingt, stößt in der Praxis vielerorts auf Zurückhaltung – gerade in kleineren Betrieben.

Mehr Anreiz für Arbeitgeber: Sozialpartnermodelle sollen geöffnet werden

Ein zweiter Hebel der Reform ist das sogenannte Sozialpartnermodell: eine Art kollektives Rentenmodell, bei dem Arbeitgeber nur für die Einzahlung, nicht aber für die spätere Rentenhöhe haften müssen. Bislang fehlt diesem Modell der breite Durchbruch – nicht zuletzt, weil Gewerkschaften wie die IG Metall eine Teilnahme ablehnen. Künftig sollen Unternehmen sich bestehenden Modellen anschließen dürfen, sofern die jeweilige Gewerkschaft im Haus und die Branche mitspielt. Ein Vorteil mit Signalwirkung: Laut Arbeitsministerium könnten Unternehmen für jeden Euro, den sie in eine Betriebsrente einzahlen, 30 Cent vom Staat zurückerhalten – ein steuerlicher Hebel, der das Modell für Unternehmen kalkulierbarer macht.

Ein Schritt vor, zwei zurück?

Trotz der Reform bleibt ein zentraler Kritikpunkt bestehen: Der Zwang zur Einigkeit zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften – die sogenannte Sozialpartnerpflicht. Was als Garant für Fairness gedacht ist, entpuppt sich laut vielen Unternehmen als bürokratische Hürde. Der Staat fördert zwar, aber er verlangt Einvernehmen. Zwischen Entlastung und Erwartung entsteht so ein Spannungsfeld, das deutlich macht: Die Reform ist ein Schritt in Richtung bessere Altersvorsorge – aber kein großer Wurf.

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