Beitragszusage mit Mindestleistung: Warum Garantien zur Gefahr werden

Die Beitragszusage mit Mindestleistung (BZML) galt lange Zeit als ein Instrument, das Kapitalmarktorientierung mit Sicherheit verbindet. Sie garantiert den Erhalt der eingezahlten Beiträge zum Rentenbeginn – eine vermeintlich beruhigende Zusage für Arbeitnehmer. Doch angesichts der geldpolitischen Realität wird klar: Diese Garantie wird zunehmend zur Illusion. Eine nominale Zinsgarantie von aktuell maximal einem Prozent pro Jahr reicht bei einer Inflationsrate von rund zwei Prozent nicht aus, um die Kaufkraft zu erhalten. Der Wertverlust ist vorprogrammiert, meint Stefan Oecking, Vorstandsvorsitzender des IVS – Institut der versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung in seiner Kolumne bei procontra.

Wenn Sicherheit teuer wird: Kosten und Effizienz der Kapitalanlage

Ein weiterer kritischer Punkt: Der garantierte Beitragserhalt bezieht sich laut Oecking auf die Gesamtheit von Spar- und Kostenbeiträgen. Da die Kostenbeiträge zur Deckung der Verwaltungskosten verwendet werden, müssen die Erträge aus den Sparbeiträgen nicht nur Zinsen, sondern auch die laufenden Kosten tragen. Das jedoch sei unter aktuellen Rahmenbedingungen wirtschaftlich kaum noch darstellbar – was die BZML in versicherungsförmigen Durchführungswegen faktisch unattraktiv mache. Arbeitgeber ohne eigene Versorgungseinrichtung finden sich damit in einer Sackgasse wieder, so Oecking.

Weniger Garantie, mehr Realitätssinn

Vielversprechender seien Konzepte, die mit abgesenkten Garantieniveaus zwischen 60 und 80 Prozent arbeiten und auf eine wertorientierte Fondsanlage setzen. Diese Kombination erlaubt eine Balance aus Grundsicherheit und realer Renditechance. Eine Absenkung unter die 60-Prozent-Marke bringt hingegen laut Studien keinen relevanten Mehrwert.

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