Nachhaltige Geldanlage verliert an Relevanz: Nur noch 16 % investieren

Nachhaltigkeit verliert bei Anlegern an Glanz
Nur noch 16 Prozent der Deutschen investieren aktuell in nachhaltige Geldanlagen – das sind fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage von Verivox, an der rund 1.000 Personen im Mai 2025 teilnahmen, setzt sich der Abwärtstrend beim Interesse an ESG-Investments (Environment, Social, Governance) fort. Während 2022 noch 79 Prozent der Befragten angaben, sich für nachhaltige Geldanlagen zu interessieren, sind es 2025 nur noch 64 Prozent. Ein Rückgang, der deutlich macht: Die politische und gesellschaftliche Großwetterlage – von aufgeweichten Klimazielen bis zu wankenden Diversitätsprogrammen – schlägt sich auch auf dem Kapitalmarkt nieder. Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier kommentiert: „Klimaschutz ist nicht mehr das dominierende Thema bei Sparern.“

Generationen- und Ost-West-Gefälle wird sichtbar
Die größte Zustimmung zur nachhaltigen Geldanlage kommt von den unter 30-Jährigen: 81 Prozent zeigen laut Studie Interesse. Deutlich geringer fällt die Zustimmung bei den über 70-Jährigen aus – hier ist es nur noch jeder Zweite. Auch regionale und familiäre Unterschiede treten hervor: In Ostdeutschland ist das Desinteresse mit 44 Prozent höher als im Westen (36 %), bei Kinderlosen liegt der Wert mit 40 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Familien. Interessant dabei: Trotz sinkender Investitionsbereitschaft würde über die Hälfte (55 Prozent) der Nachhaltigkeitsinteressierten auf Rendite verzichten, wenn dafür soziale oder ökologische Standards eingehalten werden. Für ein Drittel (34 Prozent) ist das jedoch keine Option.

Tierschutz und faire Arbeitsbedingungen vorn
Wenn es um konkrete Nachhaltigkeitskriterien geht, sind faire Arbeitsbedingungen und der Verzicht auf Tierversuche für jeweils 37 Prozent der Befragten entscheidend. Ebenfalls häufig genannt: Ressourcenschonung (29 %) und Investitionen in erneuerbare Energien (27 %). Die Ablehnung bestimmter Branchen bleibt hoch: Glücksspiel (22 Prozent) und Rüstung (20 Prozent) werden von vielen als Ausschlusskriterium gesehen – und zeigen so, dass bei aller Skepsis gegenüber ESG-Produkten bestimmte ethische Mindestanforderungen weiterhin einen hohen Stellenwert genießen.

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