Versicherungsbranche hebt Prognose für 2025 deutlich an

Branche im Aufwind: GDV sieht kräftiges Beitragsplus – Lebensversicherung überrascht mit Einmalzahlungen

Deutschlands Versicherer starten mit neuem Optimismus in die zweite Jahreshälfte: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rechnet laut Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen nun mit einem spartenübergreifenden Beitragswachstum von 7,3 Prozent – deutlich mehr als die im Frühjahr prognostizierten fünf Prozent. Besonders sticht dabei die Lebensversicherung hervor: Statt des zunächst erwarteten Mini-Plus von einem Prozent soll die Sparte nun um 6,7 Prozent wachsen. Der Grund liegt im sprunghaften Anstieg der Einmalbeiträge – ein Plus von über 24 Prozent wird erwartet. Diese Sonderform der Kapitalanlage scheint in Zeiten volatiler Märkte als vergleichsweise attraktive Verzinsung zu überzeugen. Der GDV führt den gegenteiligen Trend im laufenden Beitragsgeschäft – also der klassischen Altersvorsorge – hingegen auf demografische Faktoren zurück. Wie Lars Heermann von der Ratingagentur Assekurata warnt, dürfte der Druck zunehmen: Viele Altverträge laufen demnächst aus, das Neugeschäft kann diese Lücke oft nicht schließen.

Kfz-Versicherung auf Erholungskurs – aber nicht ohne Stolpersteine

Auch in der Schaden- und Unfallversicherung sind die Zeichen auf Erholung gestellt. Der GDV prognostiziert ein Beitragsplus von 7,8 Prozent, angetrieben vor allem durch Beitragserhöhungen in der Kfz-Versicherung – dort soll das Plus sogar bei 14 Prozent liegen. Hintergrund sind massiv gestiegene Werkstattkosten und Ersatzteilpreise, die der Branche in den Vorjahren Verluste von knapp fünf Milliarden Euro eingebrockt hatten. 2025 könnte die Wende bringen: Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 97 Prozent erwartet man wieder ein profitables Geschäft. Doch gerade in der Vollkasko bleibt die Wetterlage ein Unsicherheitsfaktor – die Hagel- und Unwettersaison wird zur finanziellen Wundertüte.

Globale Perspektive: Während Deutschland zulegt, lahmt das Weltgeschäft

Der deutsche Optimismus steht im Kontrast zu den weltweiten Prognosen. Laut Swiss Re Institute dürfte das globale Prämienwachstum von 5,2 Prozent im Vorjahr auf zwei Prozent in diesem Jahr einbrechen – 2026 soll es nur leicht auf 2,3 Prozent steigen. Chefvolkswirt Jérôme Haegeli macht insbesondere die US-Zollpolitik für die gedämpften Aussichten verantwortlich: Höhere Importkosten, vor allem für Autoteile, belasten insbesondere die Kfz-Versicherer in Nordamerika. Auch politisch bleibt das Umfeld volatil. Während in der Lebensversicherung nach einem starken Jahr 2024 nur ein Prozent Wachstum erwartet wird, könnten Reformen in Deutschland – etwa zur Naturgefahren-Absicherung – Impulse setzen. Die internationale Lage ist fragil, der deutsche Markt hingegen trotzt dem Trend – vorerst.

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