Betriebsrente 2025 – Neuer Schwung durch Tarifverträge, Übernahmen und ernüchternde Studienergebniss

Schauspieler mit Anspruch: Neue Tarifregelung belebt bAV

Seit dem 1. Juli 2025 gilt für rund 25.000 Schauspieler ein Meilenstein im Bereich der betrieblichen Altersversorgung: Erstmals haben sie Anspruch auf tariflich geregelte Entgeltumwandlung. Grundlage ist ein Tarifvertrag zwischen der Allianz Deutscher Produzentinnen und Produzenten, der Gewerkschaft Verdi und dem Bundesverband Schauspiel. Produktionsfirmen sind nun verpflichtet, vier Prozent des Bruttoarbeitsentgelts in die bAV ihrer Mitarbeiter einzuzahlen. Die Schauspieler selbst müssen ebenfalls vier Prozent beisteuern. Hintergrund ist die oft nur kurzzeitige Anstellung in der Branche, die zu Beitragslücken in der gesetzlichen Rentenversicherung führt. Die Umsetzung erfolgt über die Pensionskasse Rundfunk. Eine Allgemeinverbindlicherklärung des Vertrags ist geplant, um auch nicht tarifgebundene Firmen zu erfassen.

Metzler kauft Pensionsfonds – neue Impulse für KMU

Bewegung zeigt sich auch im bAV-Markt durch Firmenübernahmen. So hat Metzler Pension Management im Juni den Nürnberger Pensionsfonds übernommen. Mit neuem Namen – Metzler Mittelstands Pensionsfonds – richtet sich das Produkt gezielt an kleine und mittlere Unternehmen. Der übertragene Bestand: 315 Millionen Euro Kapitalanlagen, 3.569 Versorgungsverhältnisse, rund 700 Trägerunternehmen. Gleichzeitig bleibt der Metzler Pensionsfonds mit Gründungsjahr 2014 der größte überbetriebliche Pensionsfonds in Deutschland. Auch beim BVV Pensionsfonds öffnet sich der Markt – das Sozialpartnermodell für private Banken steht seit Ende Juni auch Unternehmen außerhalb des Finanzsektors offen. Der BVV-Sprecher betont: Es gebe keine Branchengrenzen, einzig tarifliche Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Aktuell laufen Sondierungsgespräche.

Arm im Alter: Rentenstudie rückt Realität ins Licht

Während sich die bAV-Marktakteure professionalisieren, zeigen aktuelle Daten eine andere Wahrheit: Die Mehrheit der Ruheständler lebt mit finanziellen Einschränkungen. Laut HDI-Rentner-Studie – durchgeführt von YouGov unter 1.094 Personen im Ruhestand – können nur 24 Prozent ihren Lebensstandard halten. Mieter trifft es besonders hart: Nur 17 Prozent schaffen es ohne Abstriche, zwölf Prozent mussten ihre Wohnung aufgeben. Fast zwei Drittel (63 Prozent) verlassen sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente – bei Mietern sogar 71 Prozent. Die durchschnittliche Rente liegt zwischen 1.201 und 1.500 Euro, die Warmmiete im Schnitt bei 770 Euro. Der HDI-Vorstand Fabian von Löbbecke mahnt: „Private Vorsorge ist längst kein Bonus mehr, sondern Pflicht.“ Der Appell an Makler: neue Firmenkunden erschließen, um Altersarmut wirksam vorzubeugen.

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