Riester-Reform könnte schneller kommen als gedacht – CDU-Abgeordneter macht Hoffnung

Riester-Comeback: CDU will alten Entwurf wiederbeleben
Am 26. Juni 2025 sorgte Carsten Brodesser, CDU-Finanzpolitiker und Mitglied des Bundestags-Finanzausschusses, beim Diskussionsforum des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) in Neustadt an der Waldnaab für Aufhorchen. Auf die Frage von Ampega-Investmentmanager David Krahnenfeld zum geplanten Altersvorsorgedepot antwortete Brodesser überraschend konkret: Der alte Referentenentwurf aus Zeiten der Ampel-Regierung könne fast unverändert wieder aufgegriffen werden – nur „zwei kleine Schräubchen“ müssten noch justiert werden. Konkret gehe es um die Zulässigkeit von Einzelaktien – Brodesser lehnt sie ab – und die Frage, ob bestimmte Familien durch das neue Modell benachteiligt würden.

Die CDU sei bereit, sofort zu starten: „Wir wollen zu 98,5 Prozent das, was im FDP-Entwurf steht“, sagte Brodesser. Dass sich bislang wenig im Bereich Altersvorsorge tue, liege nicht an fehlendem Willen, sondern an politischen Realitäten. Laut Brodesser liegt der Ball nun beim Bundesfinanzministerium, das gemeinsam mit dem Arbeitsministerium den weiteren Fahrplan abstimmen will. Ob der ursprünglich geplante Starttermin 1. Januar 2026 für die Frühstart-Rente realistisch sei, bezweifelt er – hier gelte: „Genauigkeit vor Schnelligkeit.“

Der Vorsorgebedarf ist riesig – und beginnt im Kindesalter
Mit Blick auf die Zahlen im Alterssicherungsbericht der Bundesregierung skizziert Brodesser das Ausmaß der Herausforderung: 35 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben keinerlei zusätzliche Vorsorge. Bei mittleren und niedrigen Einkommen ist es sogar mehr als jeder zweite. Die politische Konsequenz? Früh anfangen – am besten schon im Kindesalter. Brodesser nennt als Beispiel ein sechsjähriges Kind, das neben 10 Euro staatlicher Förderung auch eigenes Geld oder Geldgeschenke anspart. Ziel sei es, durch die Frühstart-Rente eine „Anschlussfähigkeit“ zur reformierten Riester-Rente zu schaffen.

Zusammenlegen? Lieber nicht.
Trotz aller Reformbereitschaft bleibt ein Thema außen vor: Eine Zusammenlegung von Riester- und Rürup-Rente – wie vom IVFP und dem Mittelstandsverband gefordert – sieht Brodesser vorerst nicht. Auch wenn solche Vereinfachungen wünschenswert erscheinen mögen, bleibt es hier bei einer klaren Absage. Die CDU denkt zwar Riester- und Frühstart-Rente „zusammen“, will sie aber formal getrennt behandeln. Bleibt zu hoffen, dass aus dieser neuen Dynamik endlich ein tragfähiger Neustart für die private Altersvorsorge entsteht.

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