Immer mehr Unternehmen sehen sich mit internen und externen Delikten konfrontiert. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2023 wurden 34 Prozent deutscher Firmen innerhalb von zwölf Monaten Opfer wirtschaftskrimineller Handlungen – PwC ermittelte in einer internationalen Studie sogar 46 Prozent. Hauptgründe: Digitalisierung, wirtschaftliche Unsicherheit und die Distanz zwischen Mitarbeitern und Unternehmen durch das Homeoffice.
Ein weiteres Element, das zur gestiegenen Aufdeckungsquote beiträgt, ist das seit 2023 geltende Hinweisgeberschutzgesetz. Es stärkt Whistleblower und erleichtert damit die Aufdeckung interner Delikte erheblich.
Vertrauensschadenversicherung: Stabil in unsicheren Zeiten
Trotz steigender Risiken zeigt sich der Markt für Vertrauensschadenversicherungen (VSV) derzeit stabil. Kapazitäten sind ausreichend vorhanden, die Prämien bewegen sich auf konstantem Niveau und Policen lassen sich zügig – teilweise innerhalb eines Tages – implementieren. Damit hebt sich die VSV positiv vom Cyber-Markt ab, der zunehmend unter Druck steht, wie die Ergebnisse des aktuellen Cyber-Monitors 2025 belegen.
Merkmale einer leistungsstarken VSV
Ein gutes VSV-Produkt schützt vor finanziellen Schäden durch vorsätzliche Handlungen von Vertrauenspersonen – seien es eigene Mitarbeiter oder Dritte. Moderne Policen sollten dabei auch gezielt Cyberkriminalität einschließen, sofern diese durch menschliches Fehlverhalten ausgelöst wurde. Flexibilität ist entscheidend: Modular aufgebaute Lösungen ermöglichen eine individuelle Anpassung an die jeweiligen Geschäftsmodelle. Entscheidend sind:
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Umfang des Schutzes
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Ausreichende Deckungssumme
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Transparente Sublimits
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Modulare Gestaltung für individuelle Risikoprofile
Beratungsaufgabe für Makler: Risikoanalyse statt Produktschublade
Die Beratung rund um VSV-Produkte verlangt heute weit mehr als die bloße Präsentation eines Versicherungsangebots. Makler sind gefordert, proaktiv auf Risiken hinzuweisen und Unternehmen ganzheitlich zu beraten – inklusive regelmäßiger Überprüfungen bestehender Policen. „Es reicht nicht, einmal im Jahr zu fragen, ob noch alles in Ordnung ist“, mahnt Dirk Dahlheimer, Sprecher der Geschäftsführung bei MRH Trowe Credit & Finance.
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