Die AIG Europe S.A., Direktion für Deutschland, geht offenbar mit einer umfassenden Sanierungsaktion an den Start, die den Privatkundenbestand nachhaltig verändern wird. Betroffen sind insbesondere die Sparten Haftpflicht-, Hausrat- und Wohngebäudeversicherung.
Kündigung schadenbelasteter und schadenfreier Teilbestände
Wie ein Makler, der anonym bleiben möchte, gegenüber procontra berichtete, plant AIG, bei mehreren Maklern Teile des Bestands zu kündigen – und zwar nicht nur jene Verträge mit auffälliger Schadenhistorie, sondern auch eine nicht unerhebliche Anzahl schadenfreier Policen. Die Maßnahme soll zum 01.01.2026 wirksam werden.
Dies bestätigt ein Schreiben der Versicherungsmakler-Genossenschaft Vema, das der Redaktion vorliegt. Darin heißt es wörtlich:
„Laut AIG sind Teilbestände, welche in den letzten 5 Jahren besonders schadenauffällig verlaufen sind, betroffen.“
Dennoch kritisieren Vermittler, dass auch „saubere“ Verträge nicht verschont bleiben: „Das ärgert uns natürlich besonders,“ so der Makler.
Keine Einzelsanierung – Umdeckungsoptionen empfohlen
Laut Vema hat AIG eine Einzelsanierung der Bestände abgelehnt. Stattdessen werden betroffenen Vermittlern verschiedene Umdeckungsoptionen nahegelegt, um von AIG gekündigte Kunden künftig anders zu betreuen. Die Vema empfiehlt den Maklern sogar, die Kündigung selbst auszusprechen, was von AIG genehmigt wird.
Verträge aus 2025 bleiben unberührt
Laut internem Schriftwechsel, der der Redaktion vorliegt, betrifft die Sanierung nur Verträge mit Beginn zwischen 2020 und 2024. Neuabschlüsse ab 2025 bleiben von der Aktion ausgenommen. AIG begründet die Maßnahme mit dem Ziel, das Geschäftsmodell langfristig „nachhaltig wirtschaftlich“ zu gestalten.
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