Effektivkosten: Wie transparent sind Altersvorsorgeprodukte wirklich?

Im hart umkämpften Markt für Altersvorsorgeprodukte stellt sich eine zentrale Frage: Wie lassen sich die Kosten verschiedener Angebote fair und verständlich vergleichen? Der Begriff „Effektivkosten“ hat sich dabei als gängiger Indikator etabliert – doch ist er auch wirklich aussagekräftig? Während Verbraucherschützer und Regulatoren auf die einfache Vergleichbarkeit pochen, bezeichnen Fachleute die Effektivkostenquote teils als „legalen Informationsbetrug“. Ein Blick auf Chancen und Fallstricke eines umstrittenen Instruments.

Das Konzept der Effektivkosten ist auf den ersten Blick leicht verständlich: Ausgehend von einer Modellrendite – beispielsweise fünf Prozent – wird berechnet, welcher Anteil davon nach Abzug aller Kosten tatsächlich beim Kunden ankommt. Liegt der Nettoertrag bei 3,5 Prozent, ergibt sich eine Effektivkostenquote von 1,5 Prozentpunkten – also eine „Reduction in Yield“.

Ursprünglich aus Großbritannien stammend und dort im Rahmen der „Treat your Customer fairly“-Initiative eingeführt, wurde das Konzept über die Jahre in Deutschland und mit der PRIIP-Verordnung auch europaweit für Retail-Investmentprodukte übernommen.

Vorteile: Vergleichbarkeit und Robustheit

Der große Vorteil liegt laut Befürwortern in der Einfachheit und Vergleichbarkeit: Kundinnen und Kunden können anhand eines einzigen Wertes die Kostenstruktur eines Produkts verstehen – unabhängig vom eigenen Fachwissen.

Zudem gelten Effektivkosten als relativ stabil gegenüber verschiedenen Vertragsparametern wie Laufzeit oder Beitragshöhe. Im Gegensatz zu Euro-basierten Kostenangaben verzerren sie insbesondere bei langen Laufzeiten das Bild nicht durch Zinseszinseffekte.

Quelle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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