Konsolidierung mit Tempo: Assekuradeure rücken in den Fokus der Kapitalgeber

Der Markt für Assekuradeure – auch bekannt als Managing General Agents (MGAs) – erlebt derzeit einen bemerkenswerten Schub. Während die großen Konsolidierungswellen bislang Maklerpools und mittelständische Vertriebe erfassten, steht nun ein neues Segment im Rampenlicht. Private-Equity-Firmen wie Oakley Capital drängen in den Markt, etwa im Schulterschluss mit Joachim Müller, Ex-CEO von Allianz Commercial und heutiger K&M-Chairman. Gemeinsam mit dem etablierten Assekuradeur Konzept & Marketing soll eine Buy-and-Build-Strategie neue Standards setzen. Konkrete Aussagen bleiben rar – offiziell verweist man auf die laufende Übergangsphase. Deutlich forscher agiert die GGW Gruppe mit ihrer Tochter WECOYA UNDERWRITING: gezielte Zukäufe wie ConceptIF oder Wolfes & von Etzdorf markieren den Kurs einer international orientierten Expansion.

Zwischen Regulierungslücke und Innovationskraft: Assekuradeure in der Praxis

Trotz ihrer langen Marktpräsenz sind Assekuradeure rechtlich nach wie vor schwer einzuordnen – faktisch agieren sie zwischen Maklerstatus und Versichererfunktion. Was sie auszeichnet: hohe Spezialisierung, digitale Infrastruktur und ein direkter Draht zu Vertriebspartnern. Unternehmen wie Domcura oder OCC gelten seit Jahren als feste Größen in Nischenmärkten wie Wohngebäude- oder Oldtimerversicherung. Für Versicherer sind sie Türöffner zu neuen Zielgruppen, für Makler Problemlöser mit Zugang zu maßgeschneiderten Produkten – und das nicht selten mit ausländischen Risikoträgern im Rücken. Doch das Modell ist nicht risikofrei: Rückzüge im Cybersegment zeigen, wie anfällig einzelne Anbieter bei wirtschaftlichem Gegenwind sein können. Auch der steigende Kapitalbedarf zwingt viele MGAs in die Arme größerer Gruppen oder Investoren.

Hürden für Neueinsteiger: Vom Vermittler zum Assekuradeur ist es ein weiter Weg

Die Idee klingt charmant: Unzufriedene Maklerhäuser erwägen angesichts knirschender Prozesse und schwächelndem Versicherersupport die Gründung eines eigenen Assekuradeurs. Doch der Weg ist steinig. Achim Finke von der con4b GmbH betont in procontra, dass mehr Flexibilität und Bestandssicherheit winken – aber auch ein erheblicher bürokratischer Aufwand. Justus Lücke von den Versicherungsforen Leipzig verweist auf die finanziellen Einstiegshürden: IT-Infrastruktur, Compliance und Kapitalbedarf übersteigen oft die Ressourcen klassischer Maklerbetriebe. Hinzu kommen juristische Grauzonen: Vermittlerstatus, Vertragsstruktur und Haftungsfragen sind im Vorfeld zu klären – und Versicherer prüfen potenzielle Partner äußerst kritisch. Fazit: Wer als Makler ins MGA-Geschäft will, braucht mehr als nur eine Idee – nämlich Struktur, Kapital und Ausdauer.

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