BAV und pAV: Die Pläne der Parteien zur Altersvorsorge-Reform im Detail

Mit dem Scheitern der geplanten Reformen zur betrieblichen (bAV) und privaten Altersvorsorge (pAV) unter der Ampel-Koalition blieben wichtige Vorhaben auf der Strecke. Besonders betroffen: das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG II) sowie das Gesetz zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge. Gerade das pAV-Reformgesetz war von einer „Fokusgruppe private Altersvorsorge“ im Bundesfinanzministerium ausgearbeitet worden und stieß auf breite Zustimmung. Der Entwurf sah vor, ein renditeorientiertes Altersvorsorgedepot ohne Garantien sowie eine flexiblere Auszahlungsphase zu ermöglichen – eine verpasste Chance für eine dringend benötigte Reform der privaten Vorsorge.

SPD, FDP, CDU und Grüne: Verschiedene Lösungsansätze

Im politischen Wettbewerb um eine bessere Altersvorsorge haben die Parteien teils unterschiedliche Ansätze. Die SPD setzt auf eine stärkere Förderung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), die im Rahmen von Tarifverträgen ausgestaltet werden kann. Dabei sollen auch Produkte ohne Beitragsgarantie mit höheren Renditeerwartungen stärker gefördert werden. Im Wahlprogramm der SPD findet sich zudem der Vorschlag, die steuerliche Förderung von Betriebsrenten für Geringverdiener auszubauen.

Auch die FDP verfolgt eine klare Linie: Sie favorisiert die Einführung eines Altersvorsorgedepots, das renditeorientierte Optionen ohne Garantie ermöglicht. Die CDU wiederum spricht sich für eine kapitalgedeckte „Frühstart-Rente“ für Kinder aus, während die Grünen einen öffentlich finanzierten Bürgerfonds ins Spiel bringen. Dieser soll den Zugang zu den Vorteilen des Kapitalmarkts für die private Altersvorsorge erleichtern.

Grüne setzen auf Nachhaltigkeit und Kostenreduktion

Die Grünen bringen zudem ein innovatives Konzept zur Sprache: Ein öffentlich verwalteter Fonds, in den Arbeitnehmer automatisch einzahlen, es sei denn, sie widersprechen aktiv. Stefan Schmidt, grüner Bundestagsabgeordneter, sieht darin einen Weg, die private Altersvorsorge zu verbreiten und gleichzeitig die hohen Vertriebskosten der aktuellen Riester-Produkte zu senken. Ein nachhaltiger und diversifizierter Kapitalmarktansatz soll langfristig helfen, Kosten zu reduzieren und die Rentenabsicherung zu verbessern.

Die SPD wiederum betont die Notwendigkeit eines standardisierten Altersvorsorgeprodukts, das nicht nur den Wettbewerb fördert, sondern auch Qualität und niedrige Kosten garantiert – damit die Nettorendite der Sparer nicht durch hohe Abschlussgebühren aufgezehrt wird.

Quelle

In Kooperation mit der
INTER Versicherungsgruppe